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	<title>Grüne Grundsicherungsdebatte &#187; Statement</title>
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	<description>Ein Diskussionsblog der Grünen Baden-Württemberg</description>
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		<title>&#220;ber 40% f&#252;rs gr&#252;ne Grundeinkommen (Update 2)</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 18:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Westermayer (Administration, KV Breisgau-Hochschwarzwald)</dc:creator>
				<category><![CDATA[03 Antragsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Parteitag ist vorbei, Z-02 f&#252;r das Sockelgrundeinkommen bekam etwas &#252;ber 40%, der &#8212; deutlich aufgeweichte Leitantrag des BuVos in Richtung Grundsicherung/Hartz+ knapp 60% &#8211;, aber statt das hier ausf&#252;hrlich zu kommentieren, verweise ich zum einen auf tagesschau.de:
Die Mehrheit der Delegierten stimmte f&#252;r den Antrag des Bundesvorstandes zu einer &#8220;sozialen Grundsicherung&#8221;. Doch auch das konkurrierende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Parteitag ist vorbei, Z-02 f&#252;r das Sockelgrundeinkommen bekam etwas &#252;ber 40%, der &#8212; deutlich aufgeweichte Leitantrag des BuVos in Richtung Grundsicherung/Hartz+ knapp 60% &#8211;, aber statt das hier ausf&#252;hrlich zu kommentieren, verweise ich zum einen auf <a href="http://www.tagesschau.de/inland/gruene64.html">tagesschau.de</a>:<br />
<blockquote>Die Mehrheit der Delegierten stimmte f&#252;r den Antrag des Bundesvorstandes zu einer &#8220;sozialen Grundsicherung&#8221;. Doch auch das konkurrierende Konzept eines Grundeinkommens f&#252;r alle B&#252;rger gewann satte 40 Prozent der Stimmen, so dass dessen Bef&#252;rworter ebenfalls mehr als zufrieden waren – nach dem Motto: Mehr konnte man nicht erwarten. Beide Lager hatten damit ihr Gesicht gewahrt.</p>
<p>&#8220;H&#228;tten wir zehn Prozent mehr gehabt, w&#228;re das ein Gau geworden&#8221;, sagt die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl, die sich vehement f&#252;r das Grundeinkommen eingesetzt hatte. Die Parteif&#252;hrung habe man damit nicht in die Krise st&#252;rzen, aber auch den Antrag zu Gunsten des Parteifriedens nicht zur&#252;ckziehen wollen. Das war das Dilemma vorab. Einige &#228;ngstliche Strippenzieher hatten noch am Vorabend der Entscheidung versucht, einen R&#252;ckzug des Antrags zu erreichen. Denn allen, Basis wie Spitze, war bewusst: Ein erneuter Eklat der streitbaren Partei h&#228;tte ihnen in der &#214;ffentlichkeit geschadet. Und erneut w&#228;re ein politisches Thema mit der F&#252;hrungsfrage der Partei verkn&#252;pft worden.</p></blockquote>
<p>Zum anderen haben sich nat&#252;rlich schon diverse gr&#252;ne Blogs und Blogger damit besch&#228;ftigt, das Ergebnis zu kommentieren. Aus Baden-W&#252;rttemberg habe ich was bei <a href="http://www.henningschuerig.de/blog/2007/11/24/erstmal-kein-grundeinkommen/">Henning Sch&#252;rig</a>, bei <a href="http://www.gruenesfreiburg.de/2007/11/24/grundsicherung-statt-grundeinkommen/">Gr&#252;nesFreiburg</a> und bei <a href="http://www.entwicklungspotenziale.de/?p=60">Dirk Werhahn</a> gefunden. Also da nachlesen und kommentieren!</p>
<p><b>Update:</b> Und diverse Video-Interview bei BDK-Interaktiv: <a href="http://www.bdk-interaktiv.de/bdk_news.html?&#038;no_cache=1&#038;tx_ttnews[cat]=2&#038;tx_ttnews[tt_news]=105&#038;tx_ttnews[backPid]=27&#038;cHash=c4d2cffb98">Boris Palmer</a> und <a href="http://www.bdk-interaktiv.de/bdk_news.html?&#038;no_cache=1&#038;tx_ttnews[cat]=2&#038;tx_ttnews[tt_news]=106&#038;tx_ttnews[backPid]=27&#038;cHash=df97ea771f">Thomas Poreski</a> (<a href="http://www.bdk-interaktiv.de/bdk_news.html?&#038;no_cache=1&#038;tx_ttnews[cat]=2&#038;tx_ttnews[tt_news]=75&#038;tx_ttnews[pointer]=1&#038;tx_ttnews[backPid]=27&#038;cHash=937026562e">und sein Redebeitrag</a>) sowie ein Mitschnitt der Einbringungsrede von <a href="http://www.bdk-interaktiv.de/bdk_news.html?&#038;no_cache=1&#038;tx_ttnews[cat]=2&#038;tx_ttnews[tt_news]=78&#038;tx_ttnews[backPid]=27&#038;cHash=48a03b0c90">Beate M&#252;ller-Gemmeke</a> und des Redebeitrags von <a href="http://www.bdk-interaktiv.de/bdk_news.html?&#038;no_cache=1&#038;tx_ttnews[cat]=2&#038;tx_ttnews[tt_news]=76&#038;tx_ttnews[pointer]=1&#038;tx_ttnews[backPid]=27&#038;cHash=474ab5a2da">Sylvia Kotting-Uhl</a>. </p>
<p><b>Update 2:</b> Der modifizierte <a href="http://www.gruene.de/cms/partei/dokbin/207/207470.aufbruch_zu_neuer_gerechtigkeit.pdf">Grundsicherungsbeschluss</a> (pdf) ist inzwischen auch online. Falls jemand sich ein eigenes Urteil bilden m&#246;chte.</p>
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		<title>Spiegel v&#246;llig schwerelos</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Nov 2007 09:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Beate Müller-Gemmeke (Landesvorstand, KV Reutlingen)</dc:creator>
				<category><![CDATA[03 Antragsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Leserbrief zum Artikel &#8220;Ankunft auf dem Mars. Die sozialpolitischen Illusionen der Gr&#252;nen&#8221; in DER SPIEGEL, Nr. 45/2007 (Artikel nicht online)
Als Antragstellerin des zitierten Antrags aus Baden-W&#252;rttemberg zum Grundeinkommen kann ich den Artikel von Dirk Kurbjuweit nur als niveaulos bezeichnen und attestiere meinerseits dem Autoren seine „Ankunft auf dem Mars“. Erwartet h&#228;tte ich von einem seri&#246;sen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><i>Leserbrief zum Artikel &#8220;Ankunft auf dem Mars. Die sozialpolitischen Illusionen der Gr&#252;nen&#8221; in DER SPIEGEL, Nr. 45/2007 (Artikel nicht online)</i></p>
<p>Als Antragstellerin des zitierten Antrags aus Baden-W&#252;rttemberg zum Grundeinkommen kann ich den Artikel von Dirk Kurbjuweit nur als niveaulos bezeichnen und attestiere meinerseits dem Autoren seine „Ankunft auf dem Mars“. Erwartet h&#228;tte ich von einem seri&#246;sen Nachrichtenmagazin kritische und gehaltvolle Fragen und vor allem die Einordnung des Themas in die soziale Realit&#228;t in unserer Gesellschaft. Stattdessen wurde – wenn &#252;berhaupt &#8211; schlecht recherchiert, Inhalte falsch wiedergegeben und statt des Themas „Zukunft der sozialen Sicherung“ findet man populistische Ausf&#252;hrungen &#252;ber vermeintlich gr&#252;ne Personalfragen. 2,2 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut. Die Angst vor dem sozialen Abstieg reicht bis tief in die Mitte der Gesellschaft &#8211; prek&#228;re L&#246;hne, Langzeitarbeitslosigkeit und ein Arbeitslosengeld II unter dem Existenzminimum – kennzeichnen f&#252;r viele die soziale Realit&#228;t. B&#220;NDNIS 90/DIE GR&#220;NEN greifen die dazu in der Gesellschaft stattfindenden Diskussionen auf und nehmen diese ernst. &#220;ber L&#246;sungsm&#246;glichkeiten f&#252;hren wir eine engagierte und kontroverse Diskussion. Dirk Kurbjuweit hingegen widmet dem allen kein einziges Wort. Das Problem, dass in einem reichen Deutschland Millionen von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, sieht er nicht oder er will es nicht sehen. In der gr&#252;nen Diskussion geht es um soziale Gerechtigkeit und neue Gesellschaftsentw&#252;rfe, wie beispielsweise das Grundeinkommen zu einer realistischen Perspektive werden kann. Der Artikel dagegen plappert &#252;ber das struppige Haar von Renate K&#252;nast und Machtfragen. Bei den Kosten der von uns angestrebten Sozialreform wird &#252;ber 700 Milliarden schwadroniert &#8211; eine v&#246;llig an den Haaren herbeigezogene Gr&#246;&#223;enordnung und ein Beleg daf&#252;r, dass eine Recherche nicht stattgefunden hat. Mir fehlen die Worte, deswegen ein Zitat von Dirk Kurbjuweit: „&#8230; und doch muss man st&#228;ndig an ein Wort denken, das eigentlich verboten ist: Bullshit.“</p>
<p>Beate M&#252;ller-Gemmeke, Reutlingen<br />
Mitglied im Landesvorstand von B&#220;NDNIS 90/DIE GR&#220;NEN Baden-W&#252;rttemberg</p>
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		<title>Finanzierung des Sockelgrundeinkommens</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/10/09/finanzierung-des-sockelgrundeinkommens/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 15:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Winfried Böhler</dc:creator>
				<category><![CDATA[03 Antragsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle & Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wir unter dem Label Grundeinkommen (Antrag Grund-3) vorschlagen, ist eigentlich eine Steuerreform. Es ist n&#228;mlich nicht so, dass bei unserem Modell jeder ein Grundeinkommen ausbezahlt bekommt, sondern das Grundeinkommen wird in die Steuerreform integriert. Bei der Steuerreform schlagen wir im Grunde genommen zwei Dinge vor:
1. werden die bereits heute vorhandenen Grundfreibetr&#228;ge in Form von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was wir unter dem Label Grundeinkommen (Antrag Grund-3) vorschlagen, ist eigentlich eine Steuerreform. Es ist n&#228;mlich nicht so, dass bei unserem Modell jeder ein Grundeinkommen ausbezahlt bekommt, sondern das Grundeinkommen wird in die Steuerreform integriert. Bei der Steuerreform schlagen wir im Grunde genommen zwei Dinge vor:</p>
<p>1. werden die bereits heute vorhandenen Grundfreibetr&#228;ge in Form von Grundeinkommen deutlich angehoben</p>
<p>2. &#228;ndern wir die Steuersystematik.</p>
<p><span id="more-147"></span></p>
<h3>Grundeinkommen als Steuerreform</h3>
<p>Ich versuche das 2. kurz anhand der heutigen Behandlung von Kindern zu erkl&#228;ren. Heute ist es so, dass im Rahmen der Steuererkl&#228;rung vom Finanzamt (nat&#252;rlich per Programm) zwei mal gerechnet wird. Zun&#228;chst wird die Steuerlast ohne Ber&#252;cksichtigung von Kinderfreibetr&#228;gen gerechnet und dann noch einmal unter Ber&#252;cksichtigung von Kinderfreibetr&#228;gen (das geht so, dass die Kinderfreibetr&#228;ge vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden und dann das verbleibende Einkommen versteuert wird). Dann werden die beiden Ergebnisse verglichen. Bei hohen Einkommen liegen zwischen Ergebnis 1 und Ergebnis 2 bei einem Kind ca. 255,- Euro. Bei sehr niedrigen Einkommen ist die Differenz 0,- Euro. Als n&#228;chstes wird das Rechenergebnis gegen das Kindergeld gepr&#252;ft. War die Steuerdifferenz aus den 2 Rechnungen kleiner oder gleich dem Kindergeld, bleibt es beim bereits erhaltenen Kindergeld und es werden keine Kinderfreibetr&#228;ge angerechnet. Es wird also das 1. Rechenergebnis verwendet. War die Steuerdifferenz allerdings gr&#246;&#223;er als das Kindergeld, werden ein oder mehrere Kinderfreibetr&#228;ge angerechnet, das hei&#223;t, das zu versteuernde Einkommen wird um die Kinderfreibetr&#228;ge gek&#252;rzt. Es gilt in diesem Fall also das Steuerergebnis der 2. Berechnung. Im Gegenzug wird aber die berechnete Steuer um das bereits erhaltene Kindergeld erh&#246;ht. Der Steuerpflichtige erh&#228;lt also zum bereits erhaltenen Kindergeld noch die Steuerdifferenz aus den 2 Berechnungen abz&#252;glich Kindergeld, also bei hohen Einkommen sind das dann bei einem Kind die 255,- Euro, n&#228;mlich 154,- Euro Kindergeld plus 101,- Euro Steuerersparnis aus dem Kinderfreibetrag. In Summe erhalten &#8220;Besserverdienende&#8221; also 255,- Euro pro Kind.</p>
<p>Unser heutiges Steuersystem arbeitet in den meisten F&#228;llen so wie oben beschrieben. Verg&#252;nstigungen (wie der Grundfreibetrag, das Kindergeld, Werbungskosten etc.) werden von den Eink&#252;nften abgezogen und dann wird die Steuer berechnet. Hat jemand nun ein geringes Einkommen, geht das daneben, denn von den Eink&#252;nften wird nur so lange abgezogen, bis 0,- Euro erreicht sind. Kommt theoretisch unter 0,- Euro heraus, geht das schlicht verloren. Weniger als 0,- Euro Steuer kann man schlie&#223;lich nicht zahlen.</p>
<p>Genau an der Stelle setzt unser Vorschlag an. Wir drehen die Systematik um. Denn wir sagen: das Einkommen wird zuerst versteuert und dann werden die Ver&#252;nstigungen (Grundfreibetrag in Form von Grundeinkommen je Erwachsener, Kinderfreibetrag in Form von Grundeinkommen f&#252;r Kinder etc.), bedingungslos abgezogen und wenn da dann weniger als 0,- Euro rauskommen, wird das vom Finanzamt als negative Einkommensteuer ausbezahlt.</p>
<p>So einfach ist das!!!!</p>
<p>Die Sache hat allerdings einen Haken! Heute ist es so, dass Verg&#252;nstigungen (alle obigen, aber auch das Ehegattensplitting und ganz ganz viele andere) fast immer zuerst das zu versteuernde Einkommen mindern und dann erst die Steuer berechnet wird. Das hat zur Folge, dass derjenige, der im Prinzip viel Steuern zahlen m&#252;sste sehr viel Steuern spart. Man muss nur daf&#252;r sorgen, dass viel vom Einkommen vor der Steuerberechnung abgezogen wird, dann muss man trotz real hohen Einkommens aber mit &#8211; nach den ganzen Abz&#252;gen &#8211; niedrigem zu versteuerndem Einkommen kaum oder sogar keine Steuern zahlen. Das ist &#252;brigens keine Theorie sondern h&#228;ufig anzutreffende Praxis. Wer demgegen&#252;ber kein hohes reales Einkommen hat, der geht leer aus, denn wenn er eh keine oder nur wenig Steuer zahlen muss, dann helfen ihm die vielen Verg&#252;nstigungsm&#246;glichkeiten nicht oder kaum weiter. Wie gesagt: weniger als 0,- Euro Steuern geht in unserem heutigen System nicht.</p>
<p>Unser Vorschlag dagegen (Einkommen erst versteuern und dann Verg&#252;nstigungen von der berechneten Steuer abziehen) wirkt f&#252;r alle gleich. Jeder hat aus den Verg&#252;nstigungen den gleichen Vorteil. Und wenn die Steuer abz&#252;glich Verg&#252;nstigungen kleiner 0,- Euro wird, dann wird eben ausgezahlt. Es geht also nie eine Verg&#252;nstigung verloren. Wichtig ist zu verstehen, dass bei unserem Vorschlag der Fall des besserverdienenden Zahnarztes, der auch noch ein Grundeinkommen bezieht, gar nicht vorkommt. Denn der Zahnarzt muss erst sein hohes reales Einkommen voll (mit Progression) versteuern. Dann wird der Grundfreibetrag in H&#246;he des Grundeinkommens abgezogen. Den Rest zahlt er nat&#252;rlich als Steuer. Und das ist nach Umkehrung der Steuersystematik ceteris paribus, also auch wenn sonst &#252;berhaupt nichts ge&#228;ndert w&#252;rde, deutlich mehr als heute!!!</p>
<p>Das ist eigentlich schon fast alles bzw. den Rest wollen wir ja weitgehend unver&#228;ndert lassen. Die Sozialversicherung soll fast unver&#228;ndert beibehalten werden und bei der Steuer wollen wir ja auch nur die Grundfreibetr&#228;ge in Form der Grundeinkommensbetr&#228;ge erh&#246;hen und die Systematik &#228;ndern. Beides ist &#252;ber eine etwas ge&#228;nderte Steuerformel sehr einfach machbar.</p>
<h3>Wie teuer wird es?</h3>
<p>Und jetzt kommt, was die meisten nicht glauben wollen oder sich nicht vorstellen k&#246;nnen: das Ganze w&#252;rde innerhalb der Einkommensteuer funktionieren, ohne dass irgendwo sonst auch nur das Geringste ge&#228;ndert werden m&#252;sste und ohne dass der Staat auch nur einen Euro weniger an Einkommensteuer einnehmen w&#252;rde als heute.</p>
<p>Reine Zauberei?</p>
<p>Lasst Euch &#252;berraschen!!</p>
<p>Der Gesamtbetrag der Eink&#252;nfte (Summe aller Einkommensarten, die in der Einkommensteuer relevant sind wie L&#246;hne, Geh&#228;lter, Mieten, Zinsen etc.), der heute in der Einkommensteuer erfasst wird, liegt bei ungef&#228;hr 1,15 Billionen Euro (1.150.000.000.000 Euro). Aus diesem Einkunftsvolumen ergibt sich eine Einkommensteuer von ungef&#228;hr 185 Milliarden Euro (185.000.000.000 Euro). Das entspricht knapp 16 %. Schon das ist bemerkenswert!!! Bedeutet es doch, dass im Durchschnitt und tats&#228;chlich/real heute &#8220;nur&#8221; 16 % Einkommensteuer bezahlt werden. Das ist doch schon etwas &#252;berraschend, wenn Ihr bedenkt, dass unser heutiges Steuersystem einen nominalen Einstiegssteuersatz von 15 % hat (das ist der &#252;berhaupt niedrigste Steuersatz, der zur Anwendung kommt) und die Steuerprogression dann nominal bis 45 % geht. Wie kann es sein, dass dann durchschnittlich nur knapp 16 % reale Steuer rauskommen?</p>
<p>Das erkl&#228;re ich gleich, aber daf&#252;r muss ich die Begriffe nominal und real noch kurz erkl&#228;ren. Steuers&#228;tze, die auf dem Papier stehen und z.B. in der Steuerformel verarbeitet werden, werden nominal genannt. Sie sind es praktisch nur dem Namen (nominal) nach. Denn wie Ihr oben gesehen habt, werden ja heute erst noch jede Menge Ver&#252;nstigungen von den Eink&#252;nften abgezogen bevor der nominale Steuersatz zur Anwendung kommt. Und wenn man dann das kleine verbleibende Steuer-H&#228;ufchen ins Verh&#228;ltnis zu den Eink&#252;nften vor den ganzen Abz&#252;gen setzt, kommt was ganz anderes als der nominale Steuersatz heraus. Und der Steuerprozentsatz, der dabei heraus kommt, wird realer Steuersatz genannt. Und so kann es dann ohne weiteres sein, dass ein sehr gut verdienender Zahnarzt, der eigentlich die Reichensteuer mit einem nominalen Steuersatz von 45% bezahlen m&#252;sste, tats&#228;chlich einen realen Steuersatz von sagen wir 10 % hat. &#220;ber alles gerechnet haben wir heute also einen realen Steuersatz von durchschnittlich knapp 16 %.</p>
<p>So und jetzt wird es spannend. Ahnt Ihr schon was jetzt kommt?</p>
<p>Wenn wir also die Steuersystematik umkehren &#8211; wie oben beschrieben &#8211; und einen durchschnittlichen nominalen Steuersatz von z.B. 35 % anwenden w&#252;rden, erg&#228;be sich aus dem Gesamtbetrag der Eink&#252;nfte zun&#228;chst ein nominales Steueraufkommen von ungef&#228;hr 400 Milliarden Euro (400.000.000.000 Euro). Denn dann w&#252;rden wir ja erst die Eink&#252;nfte versteuern, also den nominalen Satz auf die Summe der Eink&#252;nfte anwenden bevor dann m&#246;gliche Ver&#252;nstigungen von der nominal berechneten Steuer abgezogen w&#252;rden. Wenn wir weiter nichts t&#228;ten, w&#228;re das nat&#252;rlich viel zu viel!! Ihr erinnert Euch: der Staat nimmt heute ja &#8220;nur&#8221; 185 Milliarden Einkommensteuer ein. Was machen wir denn jetzt mit dem &#220;berschuss von 215 Milliarden Euro? Ganz einfach: wir f&#252;hren ein bedingungsloses Grundeinkommen in Form von Grundfreibetr&#228;gen in der Einkommensteuer ein. Nach der neuen Systematik m&#252;ssen wir das dann von der nominalen Steuer von rund 400 Milliarden abziehen. Und wenn dabei dann wieder eine durchschnittliche reale Steuer von 16 % herauskommt, hat sich f&#252;r den Staat absolut nichts ge&#228;ndert!! Er hat also vorher und nachher exakt das gleiche Steueraufkommen.</p>
<p>So und jetzt wollen wir mal sehen, ob das aufgehen kann: nach unserem Vorschlag bek&#228;men rund 65 Millionen B&#252;rgerinnen und B&#252;rger das Grundeinkommen in Form eines steuerlichen Grundfreibetrages. Die Rentner wollen wir ja im Prinzip vorerst au&#223;en vor lassen, denn sie haben sich ihre Rente ja durch Beitr&#228;ge verdient (und finanziert) und die Mittel daf&#252;r sind bei der Rentenversicherung ja bereits vorhanden. Wir w&#252;rden nur aufstocken, wenn die Rente unter unserem Sockelgrundeinkommen liegen w&#252;rde. Das lassen wir mal au&#223;en vor, da es sich nicht um gro&#223;e Summen handeln w&#252;rde. Die &#252;brigen 65 Millionen bekommen sagen wir mal durchschnittlich 390 Euro (Mittel aus Erwachsenen- und Kinder-Grundeinkommen). Das w&#228;ren dann insgesamt rund 300 Milliarden. Unser &#220;berschuss betr&#228;gt aber &#8220;nur&#8221; 215 Milliarden. Es fehlen uns also rund 85 Milliarden!!!! Was machen wir jetzt? Wir haben noch was vergessen. Denn mit Einf&#252;hrung des Grundeinkommens fallen ja die ALG II-Sockel, das Kindergeld, das Ehegattensplitting etc. weg. Die m&#252;ssen wir nat&#252;rlich gegenrechnen, denn der Staat muss das ja nicht mehr an anderer Stelle ausgeben. Das was wegf&#228;llt ist mehr als die fehlenden 85 Milliarden. Also geht die Rechnung auf. Herzlichen Gl&#252;ckwunsch auch!!!!</p>
<h3>Was k&#246;nnen wir daraus schlie&#223;en?</h3>
<p>Unsere durchschnittliche und nur auf die Einkommensteuer fixierte Betrachtung hat ergeben, dass die Einf&#252;hrung des von uns vorgeschlagenen Sockelgrundeinkommens steuerneutral zu finanzieren ist. Und das bei einem durschschnittlichen nominalen Steuersatz von 35% und einem durchschnittlichen realen Steuersatz von &#8211; wie bisher &#8211; 16 %. Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen wir auch in der neuen Systematik bei der Progression bleiben. Das w&#252;rde dann bedeuten, dass wir wie bisher niedrige Eink&#252;nfte &#8211; jetzt aber vor Abzug von Ver&#252;nstigungen &#8211; mit weniger als 35 % besteuern w&#252;rden und h&#246;here eben wie bisher mit bis zu 45 % Steuern. So weit so gut. Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen wir auch einen Steuermix zur Finanzierung heranziehen. In diesem Fall k&#246;nnten wir das Einkommensteueraufkommen entsprechend verringern, oder die zus&#228;tzlichen Steuern anderweitig verwenden. Bei Verringerung des Einkommensteueraufkommens k&#246;nnten dann die nominalen Steuers&#228;tze entsprechend gesenkt werden.</p>
<p>Wie funktioniert das eigentlich, dass vorher und hinterher f&#252;r den Staat das gleiche raus kommt? Das funktioniert dadurch, dass eine &#8220;Innenfinanzierung&#8221; innerhalb der Einkommensteuer stattfindet. Niedrige Eink&#252;nfte werden beg&#252;nstigt und zwar um so mehr, je niedriger sie sind und das geht bis zur Auszahlung von negativer Einkommensteuer. Durch die Umkehrung der Steuersystematik packt die Steuer bei h&#246;heren Einkommen relativ stramm zu. Das hei&#223;t, dass der Vorteil der Grundfreibetr&#228;ge ab einem bestimmten Einkommen &#8211; je nach Konstellation &#8211; nach und nach aufgezehrt wird und dann die Geschichte kippt. &#220;ber der &#8220;Kipp-Grenze&#8221; wird dann mehr Steuer gezahlt als heute. Je h&#246;her die Einkommen sind, desto mehr tragen sie zu den realen 16% Steuer bei. Das ergibt &#252;brigens schon bei einer reinen Durchschnittsteuer von 35% einen deutlichen Progressionseffekt! Das sch&#246;ne an unserem Konzept ist, dass die Entlastung ganz gezielt und nur an der unteren Kante sehr deutlich ist, die Belastung in der Mitte des Einkommensspektrums mehr oder weniger der heutigen Belastung entspricht, w&#228;hrend die Belastung der h&#246;heren Einkommen &#252;ber der heutigen Belastung liegt. Es kann also per Saldo gesagt werden, dass nur die unteren Einkommen durch das Grundeinkommen beg&#252;nstigt werden. Bei den mittleren Einkommen w&#228;re die Einf&#252;hrung unseres Grundeinkommens praktisch neutral. Bei den hohen Einkommen w&#228;re sogar das Gegenteil der Fall. Also noch einmal: bei unserem Vorschlag kommt der Fall, dass Besserverdiener auch noch ein Grundeinkommen beziehen, gar nicht vor.</p>
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		<title>Mut zum Grundeinkommen (Redebeitrag)</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/07/04/mut-zum-grundeinkommen-redebeitrag/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jul 2007 12:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Westermayer (Administration, KV Breisgau-Hochschwarzwald)</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik & Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael hat ja bereits &#252;ber den Ablauf des Landesausschusses berichtet und auf den Beschluss hingewiesen. Falls es jemand interessiert, hier mein kurzes Redemanuskript (habe mich nicht ganz dran gehalten, aber einen Eindruck gibt es schon). Vielleicht folgen ja andere dem Beispiel.
Liebe Freundinnen und Freunde, 
zuerst einmal freut es mich, dass sich zum Thema Zukunft der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><i>Michael hat ja bereits &#252;ber den Ablauf des Landesausschusses <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/07/03/landesausschuss-in-pforzheim-eckpunkte-zur-neuen-sozialen-sicherung-beschlossen/">berichtet</a> und auf den Beschluss hingewiesen. Falls es jemand interessiert, hier mein kurzes Redemanuskript (habe mich nicht ganz dran gehalten, aber einen Eindruck gibt es schon). Vielleicht folgen ja andere dem Beispiel.</i></p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde, </p>
<p>zuerst einmal freut es mich, dass sich zum Thema Zukunft der sozialen Sicherung in den letzten Monaten eine durchaus lebhafte Debatte entwickelt hat. Bei allem Lob der Debatte ist es aber doch so, dass viele es jetzt mit der Angst zu tun bekommen, und sich, statt nach vorne zu denken, lieber in Bedenkentr&#228;gerei &#252;ben. Etwas zugespitzt gesagt: wem sonst keine Reform zu schnell gehen kann, der oder die entdeckt jetzt ein Herz f&#252;r den alten Sozialstaat. Hier ist es wichtig, Mut zu machen.</p>
<p>All diesen – und allen anderen auch – m&#246;chte ich sagen, dass es vielleicht falsch ist, ein bedingungsloses Grundeinkommen als ein Projekt aufzufassen, das von heute auf morgen umsetzbar sein k&#246;nnte. Das ist eigentlich f&#252;r uns als Partei gar nicht so neu. „Die Welt retten“, „den Klimawandel aufhalten“, gegen die Stromkonzerne auf die Abschaltung s&#228;mtlicher Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke hinzuarbeiten – das sind, ersteinmal, genau so weitreichende, schwierig umzusetzende und trotzdem wichtige Projekte. Wir Gr&#252;nen haben im Themenfeld der Umweltpolitik aber auch gezeigt, dass wir beides k&#246;nnen: das gro&#223;e Projekt, das unrealistisch wirken mag, und die kluge, tagespolitische Umsetzung dieses Projektes. Auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, auch der rot-gr&#252;ne Atomausstieg haben den Solaranteil noch nicht auf 100 % gesteigert. Aber wir sind dran – und haben dieses Ziel weiter vor Augen. Warum soll diese Kombination aus langfristiger Perspektive und Realpolitik beim Grundeinkommen nicht m&#246;glich sein?</p>
<p>Der Soziologe Ulrich Beck hat vor inzwischen 20 Jahren die Diagnose der „Risikogesellschaft“ aufgeworfen. Risikogesellschaft hat dabei einen doppelten Sinn. Der Begriff zielt sowohl auf die &#246;kologischen, von allen zu tragenden und oft von wenigen verantworteten Risiken ab, als auch auf neue soziale Verwerfungen. Heute k&#246;nnte noch die globale Komponente hinzugef&#252;gt werden. Risikogesellschaft, sozial interpretiert bedeutet: Uns geht zwar nicht die Arbeit aus, aber die Beteiligung an Erwerbsarbeit wird unsicherer und schwankt im Lebenslauf. Es kommt zu Polarisierungen zwischen denen, die viel mehr arbeiten, und denen, die aus der Erwerbsarbeit gedr&#228;ngt werden. Flexibilisierung zeigt ihr Doppelgesicht – mehr Freiheit, aber zugleich einen st&#228;rker werdenden Zugriff der Arbeitswelt auf das ganze Leben. Wir leben heute in dieser vor 20 Jahren prognostizierten Risikogesellschaft. Nicht nur die Renten sind unsicher. Ganze Lebensl&#228;ufe sind zunehmender Ungewissheit ausgesetzt (auch wenn das im schw&#228;bischen Kernland vielleicht noch nicht so deutlich zu sp&#252;ren ist wie anderswo).</p>
<p>Als gr&#252;ne Partei sollten wir diese neue soziale Frage ernst nehmen. Das gro&#223;e Projekt Grundeinkommen stellt eine gute Antwort daf&#252;r dar. Vielleicht erscheint es auf den ersten Blick als nicht finanzierbar und schwer umzusetzen. Unsere Aufgabe ist es, hier nicht den Mut zu verlieren! Gr&#252;ne Qualit&#228;t ist es, bei schwierigen Problemen einen langen Atem zu zeigen und intelligente L&#246;sungen zu finden. Das bedingungslose Grundeinkommen mit seinen emanzipatorischen Anspr&#252;chen, mit seinem Vertrauen in die Menschen und mit seinen Forderungen an gesellschaftliche Solidarit&#228;t stellt den Ma&#223;stab dar, an dem sich gr&#252;ne Sozial- und Arbeitsmarktpolitik messen lassen muss. Lasst uns gemeinsam auf diese Perspektive hinarbeiten – mit Realismus und ohne Furcht!</p>
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		<title>Sanierungen im Sonnenschein</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/04/29/sanierungen-im-sonnenschein/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2007 12:02:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Westermayer (Administration, KV Breisgau-Hochschwarzwald)</dc:creator>
				<category><![CDATA[04 Metaebene]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern fand ja der Workshop zu Grundeinkommen/Grundsicherung statt. Bei herrlichem Wetter und am Beginn eines langen Wochenendes waren etwa drei&#223;ig Leute nach Karlsruhe gekommen, um in einem k&#252;hlen Saal &#252;ber Grundeinkommen und Grundsicherung zu diskutieren &#8212; wenigstens das Mittagessen fand dann drau&#223;en in der Sonne statt. &#8212; Ich m&#246;chte hier jetzt einfach ein paar Eindr&#252;cke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern fand ja der Workshop zu Grundeinkommen/Grundsicherung statt. Bei herrlichem Wetter und am Beginn eines langen Wochenendes waren etwa drei&#223;ig Leute nach Karlsruhe gekommen, um in einem k&#252;hlen Saal &#252;ber Grundeinkommen und Grundsicherung zu diskutieren &#8212; wenigstens das Mittagessen fand dann drau&#223;en in der Sonne statt. &#8212; Ich m&#246;chte hier jetzt einfach ein paar Eindr&#252;cke aufschreiben, die ich davon mitgenommen habe; die Dokumentation der inhaltlichen Auswertung gibt es in den n&#228;chsten Tagen von Michael.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/476621896/" title="Photo Sharing"><img class="alignleft" src="http://farm1.static.flickr.com/184/476621896_565238949c_m.jpg" width="240" height="160" alt="Moderationsmaterial" /></a>1. <b>Moderationsmethode</b>: dem <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/04/24/vorbereitung-workshop-am-wochenende/">Programm</a> war das ja bereits zu entnehmen: statt der &#252;blichen Plenarveranstaltungen sollte in &#8220;Foren&#8221; und &#8220;Tischen&#8221; diskutiert werden. Genauer gesagt wurde die Moderationsmethode &#8220;World Cafe&#8221; verwendet, d.h. nach Einf&#252;hrungsstatements fand die Diskussion nicht im Plenum statt, sondern zu jeweils spezifischen Fragen an Tischen mit sechs bis neun Leuten, strukturiert und dokumentiert von einer &#8212; der Begriff ist hier geschlechtsneutral zu verstehen &#8212; &#8220;Tischdame&#8221;. Nach einer halben Stunde wurden die Tische gewechselt, so dass immer wieder neue, bunt gemischte Gruppen miteinander diskutierten und letztlich jeder mal mit jedem gesprochen hatte. Am Schluss wurden die Ergebnisse aller Tische gesammelt pr&#228;sentiert. Mir hat diese Methode Spa&#223; gemacht, und ich glaube, selbst bei denjenigen, die anfangs skeptisch waren, gab es nachher die Erkenntnis, dass auf diesem Weg eine intensivere (und ich glaube: auch offenere und weniger am rhetorischen Schlagabtausch orientierte) Diskussion m&#246;glich war als bei den &#252;blichen Debatten in der gro&#223;en Runde.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/476615762/" title="Photo Sharing"><img class="alignleft" src="http://farm1.static.flickr.com/196/476615762_cc8d2a5c9c_m.jpg" width="240" height="160" alt="Runde 1" /></a>2. <b>Impulsreferate</b>: es gab ja zwei Runden mit Impulsreferaten bzw. Eingangsstatements. Bei der ersten Runde vertrat Biggi Bender MdB die (teilweise arg &#252;berspitzt argumentierte) Position, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen ungerecht w&#228;re. B&#228;rbl Mielich MdL stellt &#8212; im Tonfall vers&#246;hnlicher &#8212; dagegen, welche Vorteile ein bedingungsloses Grundeinkommen bringen w&#252;rde. Insbesondere Biggi reizte zu Widerspruch und Zwischenrufen (auch von mir &#8230;) &#8212; gleichzeitig war mit den beiden Eingangsstatements der Raum er&#246;ffnet, in dem dann die Diskussion an den Tischen stattfinden konnte. </p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/476617022/" title="Photo Sharing"><img class="alignright" src="http://farm1.static.flickr.com/225/476617022_b7e424d39d_m.jpg" width="240" height="160" alt="Runde 2" /></a>Die zweite Runde Impulsreferate (nach der Mittagspause) sagte mir allerdings mehr zu, weil es hier dann wirklich im Detail zur Sache ging: Kerstin Andreae MdB argumentierte &#8212; mit vielen Zahlen belegt und auch immer wieder im Verweis auf den Blog &#8211;, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen zwar prinzipiell machbar w&#228;re, machte aber auch sehr klar deutlich, dass sie davon wenig h&#228;lt. Ludwig Paul H&#228;u&#223;ner vom Karlsruher Institut f&#252;r Entrepreneurship stellte die (aus seiner Sicht: vor allem positiven) wirtschaftlichen Folgen einer Kombination aus Grundeinkommen und Mehrwertsteuererh&#246;hung vor und landete letztlich in der konkreten Umsetzung bei einer vergleichsweise moderaten Mehrwertsteuererh&#246;hung (25 % in sechs Jahren) und einer Art Negativ-Einkommenssteuer. Gerhard Schick MdB schlie&#223;lich nutzte die Gelegenheit, diverse unabh&#228;ngig vom Grundeinkommen stehende Konzepte der Bundestagsfraktion in den Raum zu stellen, brachte aber auch eine sch&#246;ne Metapher ins Spiel: der Sozialstaat als ein zu sanierendes Haus, das nach und nach saniert werden muss, weil wir auch beim Umbau weiterhin drin leben m&#252;ssen. In Anlehnung an diese Metapher pl&#228;dierte er daf&#252;r, nicht alles auf einmal machen zu wollen, sondern einzelne an der Leitidee &#8220;Grundeinkommen&#8221; ausgerichtete Projekte &#8212; die dann jeweils 30 Mrd Euro Umfang haben w&#252;rden &#8212; nach und nach zu verwirklichen.</p>
<p>Wir werden versuchen, einige dieser Statements auch als Gastbeitr&#228;ge f&#252;r den Blog zu bekommen.</p>
<p>3. <b>Was habe ich mitgenommen?</b> Wie gesagt: die Tischdebatten waren teilweise sehr intensiv und tiefgehend &#8212; und eher durch Verst&#228;ndigung als durch den Kampf um Worte gepr&#228;gt. ((Auch die &#8220;ImpulsrednerInnen&#8221; beteiligten sich &#252;brigens daran, was ich sehr gut fand &#8212; andere MdBs und MdLs waren leider, mit der Ausnahme der lokalen MdB Sylvia Kotting-Uhl, die zumindest kurz vorbeischaute, nicht dabei)). Vieles aus den einzelnen Debatten wurde auch hier im Blog schon angesprochen. Ein paar wichtige Erkenntnisse f&#252;r mich:</p>
<ul>
<li>Die genauen Folgen der Einf&#252;hrung eines bedingungslosen Grundeinkommens sind kaum absch&#228;tzbar und h&#228;ngen zudem stark von Details des jeweiligen Modells ab. In vielen Punkten (etwa Folgen auf die L&#246;hne) gibt es gnaz unterschiedliche Einsch&#228;tzungen.</li>
<li>Es gibt ziemlich gro&#223;e Einigkeit dar&#252;ber, dass wir auch bei einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht s&#228;mtliche andere Arbeits-, Bildungs- und Jugendhilfepolitiken abschaffen wollen, sondern dass es um eine Kombination aus Grundeinkommen und Beibehaltung weiterer politischer Instrumente gehen muss.</li>
<li>Es w&#252;rde sich lohnen, noch mal genau zu schauen, welche der erhofften positiven Effekte eines bedingungslosen Grundeinkommens an der Bedingungslosigkeit h&#228;ngen, und was auch durch Ver&#228;nderungen im jetzigen Modell zu erreichen w&#228;re: beispielsweise ist ein Grund f&#252;r ein Grundeinkommen f&#252;r mich die individuelle F&#246;rderung (mit bestimmten Effekten auf Geschlechterrollen) &#8212; aber nat&#252;rlich k&#246;nnte ein modifziertes ALG-II, bei dem nicht mehr von &#8220;Bedarfsgemeinschaften&#8221; ausgegangen wird, &#228;hnliche Effekte haben &#8230; Trotzdem glaube ich, dass es Punkte gibt, die direkt an der Bedingungslosigkeit h&#228;ngen.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/476632845/" title="Photo Sharing"><img src="http://farm1.static.flickr.com/192/476632845_66b522b662.jpg" width="450" height="300" alt="Ergebnispraesentation" /></a><br />
<small>Michael Hagel stellt die Ergebnisse vor</small></p>
<p>4. <b>Wie geht&#8217;s weiter?</b> Gespannt bin ich jetzt darauf, wie die &#8212; ja durchaus auch in der Dokumentation noch in sich widerspr&#252;chlichen &#8212; Ergebnisse des Workshops in die weitere Entwicklung des Antrags f&#252;r den L&#228;nderausschuss einflie&#223;en werden. F&#252;r die am Workshop Beteiligten war es, glaube ich, ein ziemlich guter Prozess, der zum weiteren Nachdenken &#252;ber das bedingungsloses Grundeinkommen etc. angeregt hat &#8212; aber &#8220;eigentlich&#8221; ist Parteipolitik ja genau nicht darauf angelegt, sondern darauf, sich eine Meinung zu bilden, also die Zahl offener Fragen eher zu reduzieren und Positionen zu b&#252;ndeln und zusammenzuf&#252;hren. Der Schritt von der erfreulich offenen Diskussion hin zu einem politisch verabschiedbaren Papier ist mir derzeit noch eher unklar &#8230;</p>
<p>&gt; <a href="http://www.flickr.com/photos/tillwe/sets/72157600155593169/">Meine Fotos vom Workshop bei FlickR</a></p>
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		<title>Grundeinkommen: Hoffnungen und Grenzen</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/04/11/grundeinkommen-hoffnungen-und-grenzen/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2007 06:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Mouratidis (Landesvorsitzender, KV Rems-Murr)</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 Ausgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit & Beschäftigung]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik & Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Verlauf der Debatte haben sich einige interessante Str&#228;nge herausgebildet, wie sich die DiskutantInnen eine Gesellschaft mit Grundeinkommen vorstellen k&#246;nnen. Festzuhalten ist demnach, dass ein bedingunsloses Grundeinkommen andere soziale Leistungen nicht, oder zumindest vorerst nicht, komplett ersetzen wird. Bereits geltende Rentenanspr&#252;che beispielsweise m&#252;ssen erf&#252;llt werden, eine &#196;nderung w&#252;rde sich erst &#252;ber Jahrzehnte durchschlagen. 
Wir sollten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Verlauf der Debatte haben sich einige interessante Str&#228;nge herausgebildet, wie sich die DiskutantInnen eine Gesellschaft mit Grundeinkommen vorstellen k&#246;nnen. Festzuhalten ist demnach, dass ein bedingunsloses Grundeinkommen andere soziale Leistungen nicht, oder zumindest vorerst nicht, komplett ersetzen wird. Bereits geltende Rentenanspr&#252;che beispielsweise m&#252;ssen erf&#252;llt werden, eine &#196;nderung w&#252;rde sich erst &#252;ber Jahrzehnte durchschlagen. </p>
<p>Wir sollten aber nicht den selben Fehler machen wie bei der Umsetzung der Hartz-Gesetze und die Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens mit v&#246;llig &#252;berh&#246;hten Erwartungen verkn&#252;pfen. Deswegen bleibt die prinzipielle Frage: Was kann es leisten, wo liegen die Grenzen?</p>
<p>Beispielhaft f&#252;nf zugegebenerma&#223;en &#252;berspitzte, aber in der Realit&#228;t zu findende Lebensumst&#228;nde (teilweise wurden sie &#228;hnlich bereits erw&#228;hnt) und deren Prognose mit einem bedingunslosem Grundeinkommen von 1.000€, immer angenommen die Randbedingungen bleiben in etwa konstant:</p>
<p>1. Roland C. studierte flei&#223;ig, aber machte sich nie Gedanken was danach kommen m&#246;ge. Nach vielen Jahren an der Uni hat er manche Pr&#252;fungen abgelegt, nach seinem Abschluss fand er aber keinen Anschluss an den Arbeitsmarkt und verdingt sich seitdem mehr schlecht als recht als Buchautor und freier Journalist.<br />
<strong>Prognose</strong>: Auch nach der Einf&#252;hrung eines bedingungslosem Grundeinkommen will niemand seine B&#252;cher kaufen. Nach einer ersten Euphorie &#252;ber das BGE stellt sich die alte Unzufriedenheit wieder ein, weil sein Lebenstraum, ein erfolgreicher Autor zu werden, sich nicht einstellt.</p>
<p>2. Petra B. f&#228;ngt nach der Schule, die sich mittlerweile zu einem Ort des selbst&#228;ndigen Lernen weiterentwickelt hat, eine Ausbildung zur Arzthelferin an. Die Ausbildungsverg&#252;tung ist auf 100€/Monat gesunken, weil das Grundeinkommen ihr Auskommen sichert. Dank ihrer guten Leistungen wird sie &#252;bernommen.<br />
<strong>Prognose</strong>: Petra B. arbeitet wie gehabt, gr&#252;ndet eine Familie. Sie entscheidet sich, voll f&#252;r ihre Kinder da zu sein und profitiert vom Grundeinkommen. Sie hofft, sp&#228;ter wieder irgendwann in ihren Beruf einsteigen zu k&#246;nnen. </p>
<p>3. Der erwerbslose Hans A. freut sich &#252;ber die 1.000€, &#228;rgert sich aber, dass das Bier in der Kneipe wegen der h&#246;heren Mehrwertsteuer deutlich teurer geworden ist. Der Wirt erkl&#228;rt ihm, dass sich bei ihm die gesparten Lohnkosten nicht auswirken, weil er ja vorher schon auf eigene Rechnung selbst&#228;ndig gearbeitet hat. Hans ist froh, dass er nicht mehr jeden Monat Scheinbewerbungen abliefern muss. Er findet eine T&#228;tigkeit in einem Getr&#228;nkemarkt, schnell wird ihm aber diese Arbeit zu viel f&#252;r die wenigen Euro.<br />
<strong>Prognose</strong>: Er lebt genauso weiter wie vorher. </p>
<p>4. Nico D. hat sich mit dem Entwerfen von Webseiten und Plakaten als Designer noch unter dem Zeichen der &#8220;Ich-AG&#8221; selbst&#228;ndig gemacht. Seitdem rutscht er mal in Hartz IV, mal reicht es &#252;ber die Schwelle. Das BGE nimmt ihm die Arbeit ab, bei schlechter Auftragslage zum Amt zu rennen. Sozial abgesichert war er zuvor auch schon.<br />
<strong>Prognose</strong>: Da sich seine gute Arbeit herumspricht, l&#228;uft es immer besser. Er weiss: Zum &#252;berleben wird es immer reichen, aber seine neue Eigentumswohnung w&#228;re bei schlechter Auftragslage oder Krankheit weiterhin in Gefahr.</p>
<p>5. In einer Kleinstadt herrscht eine Arbeitslosigkeit von 25%. Diejenigen die k&#246;nnen, ziehen weg. Nach der Einf&#252;hrung des Grundeinkommens schlie&#223;en sich einige zusammen, um den Stadtpark zu versch&#246;nern; Andere wollen einen lokalen Radiosender gr&#252;nden, es fehlen aber die Mittel f&#252;r dessen Betrieb. Der B&#252;rgermeister organisiert lokale Aufgaben, die erledigt werden k&#246;nnen, ein Zwang ist es nicht, Geld kann er daf&#252;r aber auch nicht ausgeben.<br />
<strong>Prognose</strong>: Die leistungsorientierten Menschen wandern weiterhin in die Metropolen ab, die Stadt blutet aus. 1.000€ ist f&#252;r sie kein Anreiz, in ihrer Kleinstadt zu bleiben. </p>
<p>Meine These: Mit der Einf&#252;hrung eines bedingungslosen Grundeinkommen wird sich f&#252;r das Gros der Menschen nicht viel &#228;ndern. Die Marktgesetze werden weiterhin gelten. Was sich bisher nicht verkauft hat, bleibt weiterhin in den Regalen liegen. Manche werden gl&#252;cklicher sein, weil sich nicht mehr unter dem Druck der Sozialbeh&#246;rden stehen, andere sich verlorener f&#252;hlen. Die meisten streben nach dem Leistungsprinzip weiterhin zu Jobs mit mehr Geld und Einfluss. </p>
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		<item>
		<title>Welche Wege zur Aktivierung der Menschen?</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/04/03/welche-wege-zur-aktivierung-der-menschen/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Apr 2007 22:10:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Mouratidis (Landesvorsitzender, KV Rems-Murr)</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung & Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines der zentralen Argumente der Bef&#252;rworter des bedingungslosen Grundeinkommens besteht in der Annahme, dass die Menschen trotz eines Grundeinkommens weiterhin einer Arbeit, einer sinnvollen Besch&#228;ftigung nachgehen werden. Nicht umsonst ist G&#246;tz Werners bekanntestes Argument, dass keiner seiner Zuh&#246;rerInnen nach der Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens mit dem Arbeiten aufh&#246;ren w&#252;rde. Gemeinhin ist damit verbunden, dass ein bedingungsloses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eines der zentralen Argumente der Bef&#252;rworter des bedingungslosen Grundeinkommens besteht in der Annahme, dass die Menschen trotz eines Grundeinkommens weiterhin einer Arbeit, einer sinnvollen Besch&#228;ftigung nachgehen werden. Nicht umsonst ist G&#246;tz Werners bekanntestes Argument, dass keiner seiner Zuh&#246;rerInnen nach der Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens mit dem Arbeiten aufh&#246;ren w&#252;rde. Gemeinhin ist damit verbunden, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen die Menschen zu neuen Entfaltungsm&#246;glichkeiten treibt. </p>
<p>In der Forschung zu Sozialkapital und b&#252;rgerschaftlichem Engagement ist eine Erkenntnis mittlerweile gesichert: Es ist eine Frage des Lebensstils und des Bildungsgrads, ob die Menschen sich freiwillig engagieren, ob sie in der Lage sind, aus eigenem Antrieb aktiv zu werden. Die individuelle finanzielle Ausstattung des Einzelnen ist in diesem Zusammenhang nebens&#228;chlich. Veranschaulicht bedeutet das: Der gut verdienende oder arbeitslose Akademiker des Bildungsb&#252;rgertums engagiert sich im Schnitt &#246;fter freiwillig und ist eher bei Werners Veranstaltungen als der gut verdienende Daimler-Facharbeiter oder gar dem perspektivlosen Arbeitslosen mit Hauptschulabschluss.  </p>
<p>Da stellt sich die Frage: Ben&#246;tigen wir angesichts dieser Ergebnisse und einem beschr&#228;nktem finanziellen Rahmen zur Aktivierung der Menschen nicht zuerst erhebliche Anstrengungen beispielsweise der Chancengerechtigkeit in der Bildungspolitik einen, besser drei Schritte n&#228;her zu kommen? Oder ist es besser, der Werner&#8217;schen Denkweise zu vertrauen, nachdem die Aktivierung durch die Gew&#228;hrleistung eines Grundeinkommens erfolgt? </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Politik oder Utopie des Grundeinkommens?</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/03/21/politik-oder-utopie-des-grundeinkommens/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 22:11:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Westermayer (Administration, KV Breisgau-Hochschwarzwald)</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 Ausgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[04 Metaebene]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik & Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle & Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Nachdenken &#252;ber die Blog-Beitr&#228;ge, die sich bisher angesammelt haben, aber auch &#252;ber das eine oder andere, was ich bisher so zum Grundeinkommen gelesen und gefunden habe, ist mir eine interessante Konfliktlinie aufgefallen, die vielleicht auch die eine oder andere Debatte hier erkl&#228;ren kann. Es werden n&#228;mlich zwei ganz unterschiedliche Dinge mit der Forderung nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Nachdenken &#252;ber die Blog-Beitr&#228;ge, die sich bisher angesammelt haben, aber auch &#252;ber das eine oder andere, was ich bisher so zum Grundeinkommen gelesen und gefunden habe, ist mir eine interessante Konfliktlinie aufgefallen, die vielleicht auch die eine oder andere Debatte hier erkl&#228;ren kann. Es werden n&#228;mlich zwei ganz unterschiedliche Dinge mit der Forderung nach einem Grundeinkommen verbunden &#8212; so jedenfalls meine Beobachtung. </p>
<p>Auf der einen Seite wird das Grundeinkommen als durchaus &#8220;realpolitische&#8221; gemeinte Anpassung der derzeitigen sozialen Sicherungssysteme an eine ver&#228;nderte gesellschaftliche Lage diskutiert. Dabei geht es zum einen darum, dass ein Grundeinkommen bestimmte Probleme sp&#228;tmoderner Gesellschaften besser abfedern kann als das derzeitige Sozialsystem, oder auch darum, dass ein Grundeinkommen effizienter und unb&#252;rokratischer ist. Bei dieser Betrachtungsweise eines Grundeinkommens spielen Transformationsfragen eine gro&#223;e Rolle: wie ist es &#8212; unter dem gegebenen politischen System und den &#8220;Altlasten&#8221; der Bismarckschen Sozialpolitik &#8212; am besten m&#246;glich, sich in Richtung einer pauschalisierten und nicht an Bedarfspr&#252;fungen gekoppelten, von Erwerbst&#228;tigkeit weitgehend entkoppelten Zahlung an alle zu bewegen. Modelle wie die <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/02/12/gesunde-skepsis-oder-realistische-erwartungen-an-ein-gruenes-grundeinkommen/">&#8220;Gr&#252;ne Grundsicherung&#8221;</a> von Thomas Poreski sehen sich explizit in dieser Debattenlage: es geht darum, die Nahziele eines Grundeinkommens m&#246;glichst reibungslos und auf dem Gegebenen aufbauend zu erreichen. Entsprechend sehen derartige Modelle Kompromisse vor (Machbarkeit, Finanzierbarkeit), was zum Beispiel die H&#246;he eines Grundeinkommens angeht. Der Zeithorizont f&#252;r erste Schritte eines so gedachten Grundeinkommens liegt im Rahmen der &#252;blichen politischen Halbwertszeiten &#8212; in f&#252;nf oder zehn Jahren k&#246;nnte es so weit sein.</p>
<p>Auf der anderen Seite wird unter &#8220;Grundeinkommen&#8221; etwas ganz anderes verstanden. Oberfl&#228;chlich gibt es durchaus &#196;hnlichkeiten mit dem gerade eben beschriebenen. Allerdings wird die Entkopplung der grundlegenden Bed&#252;rfnisbefriedigung vom Zwang zur Erwerbsarbeit in diesen Varianten ganz anders aufgeh&#228;ngt. Die Debatte geht eher in Richtung einer neuen &#8220;gro&#223;en Idee&#8221;; Bef&#252;rworterInnen eines Grundeinkommens in diesem eher utopischen Sinne sehen darin kein Instrument unter vielen, sondern vermuten, dass die Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens einen Prozess gesellschaftlichen Wandels ausl&#246;sen wird, der vergleichbar mit den Konsequenzen der Erfindung des Nationalstaats, der Schriften von Marx und Engels, der Idee der Demokratie oder auch des Leitbilds &#8220;Normalarbeitsverh&#228;ltnis&#8221; sein wird. Ein derartig aufgeladenes Grundeinkommen wird dann auch zeitlich viel weiter gefasst. Transformationsfragen und Kleinigkeiten wie politische Verfahren interessieren nicht; wichtig ist es, die revolution&#228;re Idee in den gebildeten Schichten zu verbreiten und darauf zu warten, dass die Zeit f&#252;r das Grundeinkommen kommt, auch wenn das erst in ein oder zwei Generationen der Fall sein wird. </p>
<p>Die <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/03/14/bericht-vom-armutskongress/">Beobachtung</a> zweier grunds&#228;tzlich unterschiedlichen Diskussionslinien (die es &#228;hnlich ja auch anderswo gibt) bedeutet nun nicht, dass diese gegeneinander ausgespielt werden m&#252;ssen. Vielmehr gibt es durchaus &#220;berschneidungen zwischen den Zielen &#8212; die weitere Verbreitung der Idee &#8220;Grundeinkommen&#8221; etwa d&#252;rfte beiden Richtungen gefallen. Wichtig ist mir diese Beobachtung deshalb, weil ich glaube, dass einige sich im Kreis drehenden Debatten sich durch eine Reflektion &#252;ber diese beiden Standpunkte vermeiden lassen. Wer vom neuen Menschen spricht, der ohne Zwang t&#228;tig ist, wird bei denjenigen, die im Grundeinkommen ein realistisches Instrument der Sozialpolitik sehen, auf wenig Verst&#228;ndnis sto&#223;en. Umgekehrt erscheint es den &#8220;PolitikerInnen&#8221; seltsam, ja dubios, wenn relevante Transformationsprobleme (sagen wir, die Fragen einer EU-weiten Mehrwertsteuer-Harmonisierung) einfach mit dem Argument weggewischt werden, der Sache nicht zu dienen. Insofern m&#246;chte ich dies als Pl&#228;doyer daf&#252;r verstehen, vor derartigen Argumentenaust&#228;uschen kurz innezuhalten und dar&#252;ber nachzudenken, ob die Argumente eigentlich auf der gleichen Ebene liegen.</p>
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		<title>Menschenbilder</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 10:57:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Westermayer (Administration, KV Breisgau-Hochschwarzwald)</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle & Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein im Zusammenhang mit der Grundeinkommensdebatte immer wieder angesprochenes Thema (z.B. hier, hier, hier oder in den Leserbriefen der taz (unten in der Liste)) sind unterschiedliche Menschenbilder, die hinter Vorstellungen davon stecken, was f&#252;r Konsequenzen ein Grundeinkommen haben w&#252;rde. Ist &#8220;der Mensch&#8221; faul und arbeitet nur unter Zwang (bzw. gegen viel Geld)? Oder will &#8220;er&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein im Zusammenhang mit der Grundeinkommensdebatte immer wieder angesprochenes Thema (z.B. <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/02/10/menschen-aktivieren/">hier</a>, <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/02/10/dahinter-stehen-menschenbilder/">hier</a>, <a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/03/07/gluecklich-und-zufrieden">hier</a> oder in den Leserbriefen der <a href="http://www.taz.de/pt/2007/03/14.1/ressort.q,TAZ.re,me">taz (unten in der Liste)</a>) sind unterschiedliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenbild">Menschenbilder</a>, die hinter Vorstellungen davon stecken, was f&#252;r Konsequenzen ein Grundeinkommen haben w&#252;rde. Ist &#8220;der Mensch&#8221; faul und arbeitet nur unter Zwang (bzw. gegen viel Geld)? Oder will &#8220;er&#8221; t&#228;tig sein und braucht die damit verbundene Anerkennung? </p>
<p>Eine interessante Wendung nimmt diese Diskussion, wenn eine Idee aus der Organisations- und Personalentwicklung (oder auch aus der Literatur, Albert hatte hier &#8220;Andorra&#8221; von Frisch angesprochen) hinzugenommen wird: <a href="http://www.bgf-berlin.de/Download/DP%2005-0102.pdf">Menschen verhalten sich so, wie sie behandelt werden</a>. D.h. wenn (in einer Firma) davon ausgegangen wird, dass Menschen nur unter Kontrolle und angeleitet t&#228;tig werden (&#8220;von Natur aus faul sind&#8221; &#8212; Theorie X nach McGregor), dann wird das Mangement entsprechende Formen der Steuerung anwenden (also z.B. Stechuhren, Aufseher, &#8230;) und die ArbeiterInnen werden sich dem anpassen. Der Regelkreis kann aber auch andersherum funktionieren: wenn von einem positiven Menschenbild (&#8220;Theorie Y&#8221;) ausgegangen wird, und entsprechende Freir&#228;ume geschaffen werden, passen sich die Organisationsmitglieder auch diesen Erwartungen an, werden selbstbewusster und entscheidungsfreudiger. &#196;hnlich gilt das vielleicht auch f&#252;r die Grundeinkommensdebatte.</p>
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		<title>Aktuelle Bez&#252;ge zur GSE-Debatte</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 17:41:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Krebs (Landesvorstand, KV Freiburg)</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 Ausgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit & Beschäftigung]]></category>
		<category><![CDATA[Gender & Diversity]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie gerade im Kommentar zu Tills Beitrag geschrieben, w&#252;rde ich gerne die Debatte etwas ins Realit&#228;tsbezogenere locken. Und deshalb zwei Aspekte ansprechen, die gerade in der aktuellen politischen Debatte eine Rolle spielen.
1) Ein wesentlicher Gedanke von GSE-Modellen ist ja, eine individuelle Leistung zu schaffen, die nicht von PartnerIn oder anderen Familienmitgliedern abh&#228;ngt. Viel Unmut an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gerade im Kommentar zu Tills Beitrag geschrieben, w&#252;rde ich gerne die Debatte etwas ins Realit&#228;tsbezogenere locken. Und deshalb zwei Aspekte ansprechen, die gerade in der aktuellen politischen Debatte eine Rolle spielen.</p>
<p>1) Ein wesentlicher Gedanke von GSE-Modellen ist ja, eine individuelle Leistung zu schaffen, die nicht von PartnerIn oder anderen Familienmitgliedern abh&#228;ngt. Viel Unmut an Hartz-IV macht sich an der Beschn&#252;ffelung der Privatsph&#228;re fest, die genau wegen des PartnerInnenbezugs notwenig ist. Die Bewegung, die -endlich!- in die Debatte um  Ver&#228;nderungen beim Ehegattensplitting gekommen ist, schafft Raum f&#252;r von der PartnerIn unabh&#228;ngigen Sozialleistungen. Denn es w&#228;re wenig stimmig, in &#8220;guten Zeiten&#8221; den Verdienst als gemeinsamen behandeln zu lassen, in &#8220;schlechten&#8221; (wenn einE PartnerIn arbeitslos ist), getrennt behandelt werden zu wollen. Ein wenigstens reduziertes Ehegattensplitting oder gar ein Realsplitting (es wird nur das steuerlich gegengerechnet, was in echt an die PartnerIn weitergegeben wurde) ebnet den Weg, Sozialleistungen vom Partnereinkommen  abzukoppeln. Wollen wir das?</p>
<p>2) Beim n&#228;chsten Punkt geht es um Niedrigeinkommen, Existenzgr&#252;ndung, kleine Selbst&#228;ndigkeit, flexibel-instabile Erwerbsbiographien. Wie schaffen wir es, hier effizient und praktikabel zu unterst&#252;tzen? Ist hier, um den abschreckenden Transferentzug (d.h. zu viel was mensch dazuverdient wird den Transferleistungen direkt gegengerechnet &#8211; verdienen lohnt sich zumindest finanziell kaum), eine bedarfsunabh&#228;ngige Leistung gefragt? Oder eher eine bedarfsabh&#228;ngige, aber effizientere als zus&#228;tzliches Hartz IV, wie z.B. eine Negative Einkommenssteuer? Oder ist bei Niedrigeinkommen der richtigere Weg, durch das <a href="http://www.lag-wirtschaft-nrw.de/start/aktuelles/das-gruene-progressivmodell/index.html">Progressivmodell </a>daf&#252;r zu sorgen, dass mehr im Geldbeutel ankommt?</p>
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