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	<title>Grüne Grundsicherungsdebatte &#187; Höhe &amp; Finanzierung</title>
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	<description>Ein Diskussionsblog der Grünen Baden-Württemberg</description>
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		<title>Grundeinkommen im Bilde</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 14:16:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Till Westermayer (Administration, KV Breisgau-Hochschwarzwald)</dc:creator>
				<category><![CDATA[03 Antragsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Fundsache]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Hartmut Wauer hat im Kommentar bereits darauf hingewiesen: die Excel-Tabelle, mit der auf der LDK das Grundeinkommen rechnerisch dargestellt wurde, ist inzwischen deutlich weiterentwickelt worden. Ich erinnere mich an heftig diskutierende Menschentrauben vor dem Spreadsheet &#8212; ein einem Meinungsbildungsorgan einer Partei auf jeden Fall angemessener Anblick. Jetzt gibt es nicht nur die blo&#223;en Zahlen, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.grundsicherung-bw.de/2007/11/15/antraege-zum-grundeinkommengrundsicherung/#comment-3086">Hartmut Wauer</a> hat im Kommentar bereits darauf hingewiesen: die Excel-Tabelle, mit der auf der LDK das Grundeinkommen rechnerisch dargestellt wurde, ist inzwischen deutlich weiterentwickelt worden. Ich erinnere mich an heftig diskutierende Menschentrauben vor dem Spreadsheet &#8212; ein einem Meinungsbildungsorgan einer Partei auf jeden Fall angemessener Anblick. Jetzt gibt es nicht nur die blo&#223;en Zahlen, sondern auch eine Visualisierung.</p>
<p><a href='http://www.gruene-wangen.de/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=173&#038;Itemid=1' rel='attachment wp-att-157' title='Screenshot Wangen'><img src='http://www.grundsicherung-bw.de/wp-content/uploads/2007/11/bgerechnerscreenshot2.jpg' alt='Screenshot Wangen' /></a></p>
<p>Mehr zum gr&#252;nen Grundeinkommensrechner ist beim <a href="http://www.gruene-wangen.de/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=173&#038;Itemid=1">KV Wangen</a> zu finden. Und wenn es nicht noch an &#252;berm&#228;ssigem Gebrauch von Formalia scheitert, soll der Grundeinkommensrechner nat&#252;rlich auch auf der BDK zum Einsatz kommen &#8212; vielleicht auch ein klein wenig als Kontrapunkt zur medialen Grundsicherungsoffensive des Bundesvorstandes (Hauptredner f&#252;r den TOP soziale Sicherung wird &#252;brigens <a href="http://www.gruene.de/cms/themen/dok/206/206701.gruener_parteitag_jetzt_fuer_morgen.htm">Frank Bsirske</a> sein &#8230;).</p>
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		<title>Finanzierung des Sockelgrundeinkommens</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/10/09/finanzierung-des-sockelgrundeinkommens/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Oct 2007 15:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Winfried Böhler</dc:creator>
				<category><![CDATA[03 Antragsdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle & Philosophien]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Was wir unter dem Label Grundeinkommen (Antrag Grund-3) vorschlagen, ist eigentlich eine Steuerreform. Es ist n&#228;mlich nicht so, dass bei unserem Modell jeder ein Grundeinkommen ausbezahlt bekommt, sondern das Grundeinkommen wird in die Steuerreform integriert. Bei der Steuerreform schlagen wir im Grunde genommen zwei Dinge vor:
1. werden die bereits heute vorhandenen Grundfreibetr&#228;ge in Form von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was wir unter dem Label Grundeinkommen (Antrag Grund-3) vorschlagen, ist eigentlich eine Steuerreform. Es ist n&#228;mlich nicht so, dass bei unserem Modell jeder ein Grundeinkommen ausbezahlt bekommt, sondern das Grundeinkommen wird in die Steuerreform integriert. Bei der Steuerreform schlagen wir im Grunde genommen zwei Dinge vor:</p>
<p>1. werden die bereits heute vorhandenen Grundfreibetr&#228;ge in Form von Grundeinkommen deutlich angehoben</p>
<p>2. &#228;ndern wir die Steuersystematik.</p>
<p><span id="more-147"></span></p>
<h3>Grundeinkommen als Steuerreform</h3>
<p>Ich versuche das 2. kurz anhand der heutigen Behandlung von Kindern zu erkl&#228;ren. Heute ist es so, dass im Rahmen der Steuererkl&#228;rung vom Finanzamt (nat&#252;rlich per Programm) zwei mal gerechnet wird. Zun&#228;chst wird die Steuerlast ohne Ber&#252;cksichtigung von Kinderfreibetr&#228;gen gerechnet und dann noch einmal unter Ber&#252;cksichtigung von Kinderfreibetr&#228;gen (das geht so, dass die Kinderfreibetr&#228;ge vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden und dann das verbleibende Einkommen versteuert wird). Dann werden die beiden Ergebnisse verglichen. Bei hohen Einkommen liegen zwischen Ergebnis 1 und Ergebnis 2 bei einem Kind ca. 255,- Euro. Bei sehr niedrigen Einkommen ist die Differenz 0,- Euro. Als n&#228;chstes wird das Rechenergebnis gegen das Kindergeld gepr&#252;ft. War die Steuerdifferenz aus den 2 Rechnungen kleiner oder gleich dem Kindergeld, bleibt es beim bereits erhaltenen Kindergeld und es werden keine Kinderfreibetr&#228;ge angerechnet. Es wird also das 1. Rechenergebnis verwendet. War die Steuerdifferenz allerdings gr&#246;&#223;er als das Kindergeld, werden ein oder mehrere Kinderfreibetr&#228;ge angerechnet, das hei&#223;t, das zu versteuernde Einkommen wird um die Kinderfreibetr&#228;ge gek&#252;rzt. Es gilt in diesem Fall also das Steuerergebnis der 2. Berechnung. Im Gegenzug wird aber die berechnete Steuer um das bereits erhaltene Kindergeld erh&#246;ht. Der Steuerpflichtige erh&#228;lt also zum bereits erhaltenen Kindergeld noch die Steuerdifferenz aus den 2 Berechnungen abz&#252;glich Kindergeld, also bei hohen Einkommen sind das dann bei einem Kind die 255,- Euro, n&#228;mlich 154,- Euro Kindergeld plus 101,- Euro Steuerersparnis aus dem Kinderfreibetrag. In Summe erhalten &#8220;Besserverdienende&#8221; also 255,- Euro pro Kind.</p>
<p>Unser heutiges Steuersystem arbeitet in den meisten F&#228;llen so wie oben beschrieben. Verg&#252;nstigungen (wie der Grundfreibetrag, das Kindergeld, Werbungskosten etc.) werden von den Eink&#252;nften abgezogen und dann wird die Steuer berechnet. Hat jemand nun ein geringes Einkommen, geht das daneben, denn von den Eink&#252;nften wird nur so lange abgezogen, bis 0,- Euro erreicht sind. Kommt theoretisch unter 0,- Euro heraus, geht das schlicht verloren. Weniger als 0,- Euro Steuer kann man schlie&#223;lich nicht zahlen.</p>
<p>Genau an der Stelle setzt unser Vorschlag an. Wir drehen die Systematik um. Denn wir sagen: das Einkommen wird zuerst versteuert und dann werden die Ver&#252;nstigungen (Grundfreibetrag in Form von Grundeinkommen je Erwachsener, Kinderfreibetrag in Form von Grundeinkommen f&#252;r Kinder etc.), bedingungslos abgezogen und wenn da dann weniger als 0,- Euro rauskommen, wird das vom Finanzamt als negative Einkommensteuer ausbezahlt.</p>
<p>So einfach ist das!!!!</p>
<p>Die Sache hat allerdings einen Haken! Heute ist es so, dass Verg&#252;nstigungen (alle obigen, aber auch das Ehegattensplitting und ganz ganz viele andere) fast immer zuerst das zu versteuernde Einkommen mindern und dann erst die Steuer berechnet wird. Das hat zur Folge, dass derjenige, der im Prinzip viel Steuern zahlen m&#252;sste sehr viel Steuern spart. Man muss nur daf&#252;r sorgen, dass viel vom Einkommen vor der Steuerberechnung abgezogen wird, dann muss man trotz real hohen Einkommens aber mit &#8211; nach den ganzen Abz&#252;gen &#8211; niedrigem zu versteuerndem Einkommen kaum oder sogar keine Steuern zahlen. Das ist &#252;brigens keine Theorie sondern h&#228;ufig anzutreffende Praxis. Wer demgegen&#252;ber kein hohes reales Einkommen hat, der geht leer aus, denn wenn er eh keine oder nur wenig Steuer zahlen muss, dann helfen ihm die vielen Verg&#252;nstigungsm&#246;glichkeiten nicht oder kaum weiter. Wie gesagt: weniger als 0,- Euro Steuern geht in unserem heutigen System nicht.</p>
<p>Unser Vorschlag dagegen (Einkommen erst versteuern und dann Verg&#252;nstigungen von der berechneten Steuer abziehen) wirkt f&#252;r alle gleich. Jeder hat aus den Verg&#252;nstigungen den gleichen Vorteil. Und wenn die Steuer abz&#252;glich Verg&#252;nstigungen kleiner 0,- Euro wird, dann wird eben ausgezahlt. Es geht also nie eine Verg&#252;nstigung verloren. Wichtig ist zu verstehen, dass bei unserem Vorschlag der Fall des besserverdienenden Zahnarztes, der auch noch ein Grundeinkommen bezieht, gar nicht vorkommt. Denn der Zahnarzt muss erst sein hohes reales Einkommen voll (mit Progression) versteuern. Dann wird der Grundfreibetrag in H&#246;he des Grundeinkommens abgezogen. Den Rest zahlt er nat&#252;rlich als Steuer. Und das ist nach Umkehrung der Steuersystematik ceteris paribus, also auch wenn sonst &#252;berhaupt nichts ge&#228;ndert w&#252;rde, deutlich mehr als heute!!!</p>
<p>Das ist eigentlich schon fast alles bzw. den Rest wollen wir ja weitgehend unver&#228;ndert lassen. Die Sozialversicherung soll fast unver&#228;ndert beibehalten werden und bei der Steuer wollen wir ja auch nur die Grundfreibetr&#228;ge in Form der Grundeinkommensbetr&#228;ge erh&#246;hen und die Systematik &#228;ndern. Beides ist &#252;ber eine etwas ge&#228;nderte Steuerformel sehr einfach machbar.</p>
<h3>Wie teuer wird es?</h3>
<p>Und jetzt kommt, was die meisten nicht glauben wollen oder sich nicht vorstellen k&#246;nnen: das Ganze w&#252;rde innerhalb der Einkommensteuer funktionieren, ohne dass irgendwo sonst auch nur das Geringste ge&#228;ndert werden m&#252;sste und ohne dass der Staat auch nur einen Euro weniger an Einkommensteuer einnehmen w&#252;rde als heute.</p>
<p>Reine Zauberei?</p>
<p>Lasst Euch &#252;berraschen!!</p>
<p>Der Gesamtbetrag der Eink&#252;nfte (Summe aller Einkommensarten, die in der Einkommensteuer relevant sind wie L&#246;hne, Geh&#228;lter, Mieten, Zinsen etc.), der heute in der Einkommensteuer erfasst wird, liegt bei ungef&#228;hr 1,15 Billionen Euro (1.150.000.000.000 Euro). Aus diesem Einkunftsvolumen ergibt sich eine Einkommensteuer von ungef&#228;hr 185 Milliarden Euro (185.000.000.000 Euro). Das entspricht knapp 16 %. Schon das ist bemerkenswert!!! Bedeutet es doch, dass im Durchschnitt und tats&#228;chlich/real heute &#8220;nur&#8221; 16 % Einkommensteuer bezahlt werden. Das ist doch schon etwas &#252;berraschend, wenn Ihr bedenkt, dass unser heutiges Steuersystem einen nominalen Einstiegssteuersatz von 15 % hat (das ist der &#252;berhaupt niedrigste Steuersatz, der zur Anwendung kommt) und die Steuerprogression dann nominal bis 45 % geht. Wie kann es sein, dass dann durchschnittlich nur knapp 16 % reale Steuer rauskommen?</p>
<p>Das erkl&#228;re ich gleich, aber daf&#252;r muss ich die Begriffe nominal und real noch kurz erkl&#228;ren. Steuers&#228;tze, die auf dem Papier stehen und z.B. in der Steuerformel verarbeitet werden, werden nominal genannt. Sie sind es praktisch nur dem Namen (nominal) nach. Denn wie Ihr oben gesehen habt, werden ja heute erst noch jede Menge Ver&#252;nstigungen von den Eink&#252;nften abgezogen bevor der nominale Steuersatz zur Anwendung kommt. Und wenn man dann das kleine verbleibende Steuer-H&#228;ufchen ins Verh&#228;ltnis zu den Eink&#252;nften vor den ganzen Abz&#252;gen setzt, kommt was ganz anderes als der nominale Steuersatz heraus. Und der Steuerprozentsatz, der dabei heraus kommt, wird realer Steuersatz genannt. Und so kann es dann ohne weiteres sein, dass ein sehr gut verdienender Zahnarzt, der eigentlich die Reichensteuer mit einem nominalen Steuersatz von 45% bezahlen m&#252;sste, tats&#228;chlich einen realen Steuersatz von sagen wir 10 % hat. &#220;ber alles gerechnet haben wir heute also einen realen Steuersatz von durchschnittlich knapp 16 %.</p>
<p>So und jetzt wird es spannend. Ahnt Ihr schon was jetzt kommt?</p>
<p>Wenn wir also die Steuersystematik umkehren &#8211; wie oben beschrieben &#8211; und einen durchschnittlichen nominalen Steuersatz von z.B. 35 % anwenden w&#252;rden, erg&#228;be sich aus dem Gesamtbetrag der Eink&#252;nfte zun&#228;chst ein nominales Steueraufkommen von ungef&#228;hr 400 Milliarden Euro (400.000.000.000 Euro). Denn dann w&#252;rden wir ja erst die Eink&#252;nfte versteuern, also den nominalen Satz auf die Summe der Eink&#252;nfte anwenden bevor dann m&#246;gliche Ver&#252;nstigungen von der nominal berechneten Steuer abgezogen w&#252;rden. Wenn wir weiter nichts t&#228;ten, w&#228;re das nat&#252;rlich viel zu viel!! Ihr erinnert Euch: der Staat nimmt heute ja &#8220;nur&#8221; 185 Milliarden Einkommensteuer ein. Was machen wir denn jetzt mit dem &#220;berschuss von 215 Milliarden Euro? Ganz einfach: wir f&#252;hren ein bedingungsloses Grundeinkommen in Form von Grundfreibetr&#228;gen in der Einkommensteuer ein. Nach der neuen Systematik m&#252;ssen wir das dann von der nominalen Steuer von rund 400 Milliarden abziehen. Und wenn dabei dann wieder eine durchschnittliche reale Steuer von 16 % herauskommt, hat sich f&#252;r den Staat absolut nichts ge&#228;ndert!! Er hat also vorher und nachher exakt das gleiche Steueraufkommen.</p>
<p>So und jetzt wollen wir mal sehen, ob das aufgehen kann: nach unserem Vorschlag bek&#228;men rund 65 Millionen B&#252;rgerinnen und B&#252;rger das Grundeinkommen in Form eines steuerlichen Grundfreibetrages. Die Rentner wollen wir ja im Prinzip vorerst au&#223;en vor lassen, denn sie haben sich ihre Rente ja durch Beitr&#228;ge verdient (und finanziert) und die Mittel daf&#252;r sind bei der Rentenversicherung ja bereits vorhanden. Wir w&#252;rden nur aufstocken, wenn die Rente unter unserem Sockelgrundeinkommen liegen w&#252;rde. Das lassen wir mal au&#223;en vor, da es sich nicht um gro&#223;e Summen handeln w&#252;rde. Die &#252;brigen 65 Millionen bekommen sagen wir mal durchschnittlich 390 Euro (Mittel aus Erwachsenen- und Kinder-Grundeinkommen). Das w&#228;ren dann insgesamt rund 300 Milliarden. Unser &#220;berschuss betr&#228;gt aber &#8220;nur&#8221; 215 Milliarden. Es fehlen uns also rund 85 Milliarden!!!! Was machen wir jetzt? Wir haben noch was vergessen. Denn mit Einf&#252;hrung des Grundeinkommens fallen ja die ALG II-Sockel, das Kindergeld, das Ehegattensplitting etc. weg. Die m&#252;ssen wir nat&#252;rlich gegenrechnen, denn der Staat muss das ja nicht mehr an anderer Stelle ausgeben. Das was wegf&#228;llt ist mehr als die fehlenden 85 Milliarden. Also geht die Rechnung auf. Herzlichen Gl&#252;ckwunsch auch!!!!</p>
<h3>Was k&#246;nnen wir daraus schlie&#223;en?</h3>
<p>Unsere durchschnittliche und nur auf die Einkommensteuer fixierte Betrachtung hat ergeben, dass die Einf&#252;hrung des von uns vorgeschlagenen Sockelgrundeinkommens steuerneutral zu finanzieren ist. Und das bei einem durschschnittlichen nominalen Steuersatz von 35% und einem durchschnittlichen realen Steuersatz von &#8211; wie bisher &#8211; 16 %. Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen wir auch in der neuen Systematik bei der Progression bleiben. Das w&#252;rde dann bedeuten, dass wir wie bisher niedrige Eink&#252;nfte &#8211; jetzt aber vor Abzug von Ver&#252;nstigungen &#8211; mit weniger als 35 % besteuern w&#252;rden und h&#246;here eben wie bisher mit bis zu 45 % Steuern. So weit so gut. Selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen wir auch einen Steuermix zur Finanzierung heranziehen. In diesem Fall k&#246;nnten wir das Einkommensteueraufkommen entsprechend verringern, oder die zus&#228;tzlichen Steuern anderweitig verwenden. Bei Verringerung des Einkommensteueraufkommens k&#246;nnten dann die nominalen Steuers&#228;tze entsprechend gesenkt werden.</p>
<p>Wie funktioniert das eigentlich, dass vorher und hinterher f&#252;r den Staat das gleiche raus kommt? Das funktioniert dadurch, dass eine &#8220;Innenfinanzierung&#8221; innerhalb der Einkommensteuer stattfindet. Niedrige Eink&#252;nfte werden beg&#252;nstigt und zwar um so mehr, je niedriger sie sind und das geht bis zur Auszahlung von negativer Einkommensteuer. Durch die Umkehrung der Steuersystematik packt die Steuer bei h&#246;heren Einkommen relativ stramm zu. Das hei&#223;t, dass der Vorteil der Grundfreibetr&#228;ge ab einem bestimmten Einkommen &#8211; je nach Konstellation &#8211; nach und nach aufgezehrt wird und dann die Geschichte kippt. &#220;ber der &#8220;Kipp-Grenze&#8221; wird dann mehr Steuer gezahlt als heute. Je h&#246;her die Einkommen sind, desto mehr tragen sie zu den realen 16% Steuer bei. Das ergibt &#252;brigens schon bei einer reinen Durchschnittsteuer von 35% einen deutlichen Progressionseffekt! Das sch&#246;ne an unserem Konzept ist, dass die Entlastung ganz gezielt und nur an der unteren Kante sehr deutlich ist, die Belastung in der Mitte des Einkommensspektrums mehr oder weniger der heutigen Belastung entspricht, w&#228;hrend die Belastung der h&#246;heren Einkommen &#252;ber der heutigen Belastung liegt. Es kann also per Saldo gesagt werden, dass nur die unteren Einkommen durch das Grundeinkommen beg&#252;nstigt werden. Bei den mittleren Einkommen w&#228;re die Einf&#252;hrung unseres Grundeinkommens praktisch neutral. Bei den hohen Einkommen w&#228;re sogar das Gegenteil der Fall. Also noch einmal: bei unserem Vorschlag kommt der Fall, dass Besserverdiener auch noch ein Grundeinkommen beziehen, gar nicht vor.</p>
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		<item>
		<title>Grundeinkommen/-sicherung mit einer &#246;kolog. Lenkungssteuer verbinden</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/07/01/grundeinkommen-sicherung-mit-einer-oekolog-lenkungssteuer-verbinden/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jul 2007 20:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Werhahn (KV Ludwigsburg)</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 Ausgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbild]]></category>

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		<description><![CDATA[In der bisherigen Diskussion haben wir auf konkrete Rechenbeispiele verzichtet. Folglich wurden am Wochenende in Landesausschuss (in Pforzheim) Eckpunkte f&#252;r die Weiterarbeit vorgestellt und keine Modelle. Die Aussprache zu den Eckpunkten machte mir nochmals deutlich, wie unterschiedlich die Positionen hierzu sind. Zu folgende Punkten habe ich mir Gedanken gemacht: 

In Redebeitr&#228;gen wird hervorgehoben, dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der bisherigen Diskussion haben wir auf konkrete Rechenbeispiele verzichtet. Folglich wurden am Wochenende in Landesausschuss (in Pforzheim) Eckpunkte f&#252;r die Weiterarbeit vorgestellt und keine Modelle. Die Aussprache zu den Eckpunkten machte mir nochmals deutlich, wie unterschiedlich die Positionen hierzu sind. Zu folgende Punkten habe ich mir Gedanken gemacht: </p>
<ul>
<li>In Redebeitr&#228;gen wird hervorgehoben, dass es kein Ende der Erwerbsarbeit gibt.  Diese Beschreibung finde ich nur vor dem Hintergrund nachvollziehbar, wenn wir sagen, dass uns die T&#228;tigkeiten (Pflege, Bildung, Kultur, Nachbarschaftshilfe, usw.) nicht ausgehen. Aber viele der T&#228;tigkeiten sind traditionell ehrenamtlich oder Familienarbeit und bisher nicht mit Erwerb ausgestattet. Sollte diese T&#228;tigkeit mit Erwerb ausgestattet werden, dann geht  uns tats&#228;chlich die Arbeit nicht aus.</li>
<li>Daneben wird behauptet, dass die Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommen so enorme Finanzmittel verschlingen w&#252;rde, dass weitere sinnvolle Ma&#223;nahmen nicht mehr m&#246;glich sind. </li>
<li>Vor der Erh&#246;hung der Umsatzsteuer wird gewarnt, da sie keine &#246;kologische Lenkwirkung hat</ul>
<p>Meine Einsch&#228;tzungen: </p>
<ul>
<li>Da in der Tat davon auszugehen ist, dass der Gesellschaft die T&#228;tigkeiten (Pflege, Bildung, Kultur, Nachbarschaftshilfe, usw.) nicht ausgehen, liegt vor uns die herausragende Aufgabe die Richtungen der Weiterentwicklung der Erwerbsgesellschaft aufzunehmen und all die T&#228;tigkeiten, die bisher nicht mit einem Erwerb verbunden waren, mit einem solchen zu verbinden. </li>
<li>Egal ob wir uns f&#252;r die bed&#252;rfnisgepr&#252;fte Grundsicherung oder das bedarfsunabh&#228;ngige Grundeinkommen oder f&#252;r eine Mischform entscheiden, es entsteht ein hoher Finanzierungsbedarf (siehe: Verbindung von T&#228;tigkeiten mit Erwerb). </li>
<li>Wir brauchen &#246;kolog. Lenkungssteuern (Aber keine weitere Belastung der unteren Einkommen.)</li>
</ul>
<p>Meine &#220;berlegungen: F&#252;r diese Finanzierung (nach Abzug der Einsparungen durch B&#252;rokratieabbau) k&#246;nnen entweder bestehende Steuereinnahmen genutzt werden, oder es ist eine neu gestaltete bzw. weiterentwickelte &#246;kolog. Lenkungssteuer zu erheben. Damit die Gesamtausgaben f&#252;r die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger mit einem niederen Einkommen nicht wesentlich steigen, k&#246;nnten im Gegenzug andere Steuern, deren &#246;kolog. Lenkwirkung nicht stark ausgepr&#228;gt ist sinken, und erg&#228;nzend Steuern f&#252;r hohe Einkommen h&#246;her besteuert werden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Grundeinkommen: Hoffnungen und Grenzen</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/04/11/grundeinkommen-hoffnungen-und-grenzen/</link>
		<comments>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/04/11/grundeinkommen-hoffnungen-und-grenzen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2007 06:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Mouratidis (Landesvorsitzender, KV Rems-Murr)</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 Ausgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit & Beschäftigung]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik & Utopie]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Verlauf der Debatte haben sich einige interessante Str&#228;nge herausgebildet, wie sich die DiskutantInnen eine Gesellschaft mit Grundeinkommen vorstellen k&#246;nnen. Festzuhalten ist demnach, dass ein bedingunsloses Grundeinkommen andere soziale Leistungen nicht, oder zumindest vorerst nicht, komplett ersetzen wird. Bereits geltende Rentenanspr&#252;che beispielsweise m&#252;ssen erf&#252;llt werden, eine &#196;nderung w&#252;rde sich erst &#252;ber Jahrzehnte durchschlagen. 
Wir sollten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Verlauf der Debatte haben sich einige interessante Str&#228;nge herausgebildet, wie sich die DiskutantInnen eine Gesellschaft mit Grundeinkommen vorstellen k&#246;nnen. Festzuhalten ist demnach, dass ein bedingunsloses Grundeinkommen andere soziale Leistungen nicht, oder zumindest vorerst nicht, komplett ersetzen wird. Bereits geltende Rentenanspr&#252;che beispielsweise m&#252;ssen erf&#252;llt werden, eine &#196;nderung w&#252;rde sich erst &#252;ber Jahrzehnte durchschlagen. </p>
<p>Wir sollten aber nicht den selben Fehler machen wie bei der Umsetzung der Hartz-Gesetze und die Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens mit v&#246;llig &#252;berh&#246;hten Erwartungen verkn&#252;pfen. Deswegen bleibt die prinzipielle Frage: Was kann es leisten, wo liegen die Grenzen?</p>
<p>Beispielhaft f&#252;nf zugegebenerma&#223;en &#252;berspitzte, aber in der Realit&#228;t zu findende Lebensumst&#228;nde (teilweise wurden sie &#228;hnlich bereits erw&#228;hnt) und deren Prognose mit einem bedingunslosem Grundeinkommen von 1.000€, immer angenommen die Randbedingungen bleiben in etwa konstant:</p>
<p>1. Roland C. studierte flei&#223;ig, aber machte sich nie Gedanken was danach kommen m&#246;ge. Nach vielen Jahren an der Uni hat er manche Pr&#252;fungen abgelegt, nach seinem Abschluss fand er aber keinen Anschluss an den Arbeitsmarkt und verdingt sich seitdem mehr schlecht als recht als Buchautor und freier Journalist.<br />
<strong>Prognose</strong>: Auch nach der Einf&#252;hrung eines bedingungslosem Grundeinkommen will niemand seine B&#252;cher kaufen. Nach einer ersten Euphorie &#252;ber das BGE stellt sich die alte Unzufriedenheit wieder ein, weil sein Lebenstraum, ein erfolgreicher Autor zu werden, sich nicht einstellt.</p>
<p>2. Petra B. f&#228;ngt nach der Schule, die sich mittlerweile zu einem Ort des selbst&#228;ndigen Lernen weiterentwickelt hat, eine Ausbildung zur Arzthelferin an. Die Ausbildungsverg&#252;tung ist auf 100€/Monat gesunken, weil das Grundeinkommen ihr Auskommen sichert. Dank ihrer guten Leistungen wird sie &#252;bernommen.<br />
<strong>Prognose</strong>: Petra B. arbeitet wie gehabt, gr&#252;ndet eine Familie. Sie entscheidet sich, voll f&#252;r ihre Kinder da zu sein und profitiert vom Grundeinkommen. Sie hofft, sp&#228;ter wieder irgendwann in ihren Beruf einsteigen zu k&#246;nnen. </p>
<p>3. Der erwerbslose Hans A. freut sich &#252;ber die 1.000€, &#228;rgert sich aber, dass das Bier in der Kneipe wegen der h&#246;heren Mehrwertsteuer deutlich teurer geworden ist. Der Wirt erkl&#228;rt ihm, dass sich bei ihm die gesparten Lohnkosten nicht auswirken, weil er ja vorher schon auf eigene Rechnung selbst&#228;ndig gearbeitet hat. Hans ist froh, dass er nicht mehr jeden Monat Scheinbewerbungen abliefern muss. Er findet eine T&#228;tigkeit in einem Getr&#228;nkemarkt, schnell wird ihm aber diese Arbeit zu viel f&#252;r die wenigen Euro.<br />
<strong>Prognose</strong>: Er lebt genauso weiter wie vorher. </p>
<p>4. Nico D. hat sich mit dem Entwerfen von Webseiten und Plakaten als Designer noch unter dem Zeichen der &#8220;Ich-AG&#8221; selbst&#228;ndig gemacht. Seitdem rutscht er mal in Hartz IV, mal reicht es &#252;ber die Schwelle. Das BGE nimmt ihm die Arbeit ab, bei schlechter Auftragslage zum Amt zu rennen. Sozial abgesichert war er zuvor auch schon.<br />
<strong>Prognose</strong>: Da sich seine gute Arbeit herumspricht, l&#228;uft es immer besser. Er weiss: Zum &#252;berleben wird es immer reichen, aber seine neue Eigentumswohnung w&#228;re bei schlechter Auftragslage oder Krankheit weiterhin in Gefahr.</p>
<p>5. In einer Kleinstadt herrscht eine Arbeitslosigkeit von 25%. Diejenigen die k&#246;nnen, ziehen weg. Nach der Einf&#252;hrung des Grundeinkommens schlie&#223;en sich einige zusammen, um den Stadtpark zu versch&#246;nern; Andere wollen einen lokalen Radiosender gr&#252;nden, es fehlen aber die Mittel f&#252;r dessen Betrieb. Der B&#252;rgermeister organisiert lokale Aufgaben, die erledigt werden k&#246;nnen, ein Zwang ist es nicht, Geld kann er daf&#252;r aber auch nicht ausgeben.<br />
<strong>Prognose</strong>: Die leistungsorientierten Menschen wandern weiterhin in die Metropolen ab, die Stadt blutet aus. 1.000€ ist f&#252;r sie kein Anreiz, in ihrer Kleinstadt zu bleiben. </p>
<p>Meine These: Mit der Einf&#252;hrung eines bedingungslosen Grundeinkommen wird sich f&#252;r das Gros der Menschen nicht viel &#228;ndern. Die Marktgesetze werden weiterhin gelten. Was sich bisher nicht verkauft hat, bleibt weiterhin in den Regalen liegen. Manche werden gl&#252;cklicher sein, weil sich nicht mehr unter dem Druck der Sozialbeh&#246;rden stehen, andere sich verlorener f&#252;hlen. Die meisten streben nach dem Leistungsprinzip weiterhin zu Jobs mit mehr Geld und Einfluss. </p>
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		<title>Eine Frage der Werte</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2007 11:01:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastbeitrag</dc:creator>
				<category><![CDATA[02 Ausgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle & Philosophien]]></category>

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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Boris Palmer, MdL, Oberb&#252;rgermeister der Stadt T&#252;bingen
Umverteilen von oben nach unten und effektiv Familien unterst&#252;tzen &#8211; das geht am besten, wenn man ein Grundeinkommen einf&#252;hrt. Es lie&#223;e sich problemlos finanzieren
&#8220;W&#252;rden Sie aufh&#246;ren zu arbeiten, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen g&#228;be?&#8221; Mit dieser Frage verbl&#252;fft Prof. G&#246;tz Werner, Chef von 23.000 Mitarbeitern, regelm&#228;&#223;ig seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.flickr.com/photos/dustpuppy/405555727/' title='Boris Palmer'><img class="alignright" src='http://www.grundsicherung-bw.de/wp-content/uploads/2007/03/boris-palmer.jpg' alt='Boris Palmer' /></a><em>Gastbeitrag von <a href="http://www.boris-palmer.de">Boris Palmer</a>, MdL, Oberb&#252;rgermeister der Stadt T&#252;bingen</em></p>
<p>Umverteilen von oben nach unten und effektiv Familien unterst&#252;tzen &#8211; das geht am besten, wenn man ein Grundeinkommen einf&#252;hrt. Es lie&#223;e sich problemlos finanzieren</p>
<p>&#8220;W&#252;rden Sie aufh&#246;ren zu arbeiten, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen g&#228;be?&#8221; Mit dieser Frage verbl&#252;fft Prof. G&#246;tz Werner, Chef von 23.000 Mitarbeitern, regelm&#228;&#223;ig seine Gespr&#228;chspartner. Um den Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Drogeriekette dm &#252;ber Konsumsteuer und Grundeinkommen dozieren zu h&#246;ren, pilgern im S&#252;den der Republik auch mal 1.500 Menschen in eine Kirche und zahlen bereitwillig 15 Euro Eintritt. Die Mischung aus Milliard&#228;r und Marx fasziniert. Und die meisten Zuh&#246;rer stellen f&#252;r sich fest: Nein, ich w&#252;rde auch mit einem Grundeinkommen bestimmt nicht aufh&#246;ren zu arbeiten.<br />
<span id="more-79"></span><br />
G&#246;tz Werner will allen B&#252;rgern monatlich 1.500 Euro auszahlen, ohne dies an Bedingungen zu kn&#252;pfen oder mit dem Erwerbseinkommen zu verrechnen. Er sieht darin die Antwort auf das Verschwinden der Erwerbsarbeit. Wenn Maschinen immer mehr Arbeit f&#252;r den Menschen erledigen, werde dieser nicht wirtschaftlich &#252;berfl&#252;ssig, sondern frei f&#252;r Kulturleistungen, f&#252;r die Arbeit am Menschen.</p>
<p>F&#252;r die Finanzierung seiner Vision schl&#228;gt Werner einen radikalen Umbau des Steuersystems vor. Die Mehrwertsteuer soll alle anderen Steuern ersetzen und s&#228;mtliche staatlichen Leistungen und Transferzahlungen abdecken. Bedingungsloses Grundeinkommen und Ende des Steuerdschungels &#8211; zu sch&#246;n, um wahr zu sein. Oder?</p>
<p>Th&#252;ringens Ministerpr&#228;sident Dieter Althaus (CDU) hat erst vor kurzem mit einem eigenen Vorschlag f&#252;r ein Grundeinkommen &#252;berrascht. Das Unbehagen an der Zerst&#246;rung des Sozialstaats durch sogenannte Reformen hat so weite Teile der Gesellschaft erfasst, dass Alternativentw&#252;rfe gefragt sind. Es gilt, einige elementare gesellschaftliche Fragen zu stellen.</p>
<p>Erstens: Setzen wir ein Recht aller B&#252;rger auf ein Leben ohne Armut an die Stelle von b&#252;rokratischer Ermittlung des Anspruchs auf Hilfe und entw&#252;rdigender Kontrolle ? Zweitens: Gehen wir im Sozialsystem von der Leitidee der Lebensstandardsicherung zur Grundsicherung &#252;ber? Drittens: Wagen wir den Wechsel von der Beitragsfinanzierung zur Steuerfinanzierung des Sozialstaats? Bejahen wir diese drei Fragen, schaffen wir die Grundlage f&#252;r einen neuen sozialpolitischen Enthusiasmus.</p>
<p>Ein armutsfestes Grundeinkommen nicht an Bedingungen zu kn&#252;pfen, l&#246;st bei &#214;konomen die Angst vor einer Faultierpr&#228;mie aus. Zu Unrecht. Menschen finden Best&#228;tigung in Arbeit und werden sie auch weiter suchen. Wo die Arbeitslosigkeit niedrig ist, bet&#228;tigen sich die Menschen auch im Ehrenamt: 4,5 millionenfach allein in Baden-W&#252;rttemberg. Und sogar &#246;konomisch bleibt Arbeit mit einem Grundeinkommen attraktiv, weil zus&#228;tzliches Erwerbseinkommen nicht verrechnet wird.</p>
<p>Nach meiner Meinung kann ein bedingungsloses Grundeinkommen nur Grundbed&#252;rfnisse abdecken, aber auch nicht weniger. G&#246;tz Werners Vorstellung von 1.500 Euro monatlich erscheint mir doch zu paradiesisch. 800 Euro f&#252;r Erwachsene und 400 Euro f&#252;r Kinder liegen in der H&#246;he des soziokulturellen Existenzminimums. Dies w&#252;rde brutto 720 Milliarden Euro pro Jahr kosten.</p>
<p>Kindergeld, Baf&#246;g, Arbeitslosengeld II oder Wohngeld m&#252;ssten im Gegenzug entfallen. F&#252;r die Kranken- und Pflegeversicherung w&#228;re eine Kopfpauschale von 150 Euro f&#252;r Erwachsene sinnvoll, die aus dem Grundeinkommen bezahlt wird. Die Rentenversicherung befindet sich durch K&#252;rzungen ohnehin auf dem besten Weg zu einer Grundsicherung. Ihre heutigen Zahlungen w&#252;rden ebenso wie Pensionen mit dem Grundeinkommen verrechnet, das damit zu einer Mindestrente w&#252;rde.</p>
<p>Derzeit werden &#252;ber die sozialen Transfersysteme nach Angaben des Bundesfinanzministeriums in der Summe rund 550 Milliarden Euro bewegt. F&#252;r das Grundeinkommen und die verbleibenden Leistungen aus dem heutigen System w&#228;ren 900 Milliarden Euro notwendig. Die Finanzierungsl&#252;cke von 350 Milliarden Euro erscheint riesig, l&#228;sst sich aber schlie&#223;en.</p>
<p>Wenn der Staat das Existenzminimum durch direkte Zahlungen garantiert, kann der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer entfallen. In Kombination mit einer Erh&#246;hung der Steuers&#228;tze auf das Niveau von 1998 kann die Ertragskraft der Einkommensteuer um 100 Milliarden Euro gesteigert werden.</p>
<p>Alle Steuern durch die Mehrwertsteuer zu ersetzen geht zu weit, aber eine schrittweise Erh&#246;hung von 16 auf 38 Prozent w&#252;rde 190 Milliarden f&#252;r das Grundeinkommen erbringen. Damit lie&#223;en sich die Sozialversicherungsbetr&#228;ge von derzeit 42 auf etwa 20 Prozent f&#252;r die verbleibenden Leistungen der Rentenversicherung und der Arbeitslosenversicherung senken. Die daraus resultierenden Wachstumsimpulse k&#246;nnten die verbleibende L&#252;cke von 60 Milliarden Euro schlie&#223;en.</p>
<p>Das Grundeinkommen bewirkt eine Umverteilung von oben nach unten und besonders zu Familien. Zwei Beispiele: Eine Familie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro zahlt derzeit 4.500 Euro Steuern und erh&#228;lt 4.000 Euro Kindergeld, zahlt netto also 500 Euro pro Jahr. Mit Grundeinkommen, aber ohne Freibetr&#228;ge und Kindergeld sowie nach Abzug der Kopfpauschale erhielte sie nach meinen Berechnungen eine j&#228;hrliche Gutschrift (negative Einkommensteuer) von rund 15.000 Euro. Ein Single mit einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro zahlt derzeit 25.000 Euro Steuern und m&#252;sste trotz Grundeinkommen k&#252;nftig etwa 28.000 Euro Steuern entrichten.</p>
<p>Die h&#246;here Mehrwertsteuer w&#252;rde sich im Durchschnitt kaum auf die Konsumentenpreise auswirken. Handwerksleistungen w&#252;rden zum Beispiel nicht teurer, weil die h&#246;here Mehrwertsteuer und die niedrigeren Sozialversicherungsbeitr&#228;ge sich gegenseitig aufheben. Teurer w&#252;rden allerdings Importwaren und Produkte mit einem geringen Arbeitsaufwand.</p>
<p>F&#252;r deutsche Verh&#228;ltnisse k&#228;me eine solche Reform vermutlich einer Revolution gleich. Paradiesische Zust&#228;nde w&#252;rden dadurch nicht einkehren. Wer dauerhaft von 800 Euro zu leben versucht, wird feststellen, dass dies m&#246;glich, wenn auch nicht luxuri&#246;s ist. Aber f&#252;r viele Probleme k&#246;nnte dieses Konzept attraktive L&#246;sungen anbieten:</p>
<p>Kinderarmut w&#252;rde hoch wirksam bek&#228;mpft, Familien profitieren enorm von der Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens. Die im internationalen Vergleich exorbitant hohen Lohnnebenkosten w&#252;rden durch die Umschichtung zur Mehrwertsteuer drastisch reduziert. Weil die Mehrwertsteuer im Export nicht anf&#228;llt, w&#252;rde die Konkurrenzf&#228;higkeit der deutschen Wirtschaft erheblich gesteigert, Importe w&#252;rden st&#228;rker zur Finanzierung des Staates beitragen. In der Verwaltung der Armut w&#252;rden zwar viele Stellen wegfallen, insgesamt d&#252;rfte die Besch&#228;ftigung aber deutlich zunehmen.</p>
<p>Jenseits &#246;konomischer Umw&#228;lzungen w&#252;rde ein neues Leitbild die Gesellschaft pr&#228;gen. Subjekt des Sozialstaats w&#228;re wieder der Mensch mit seinen F&#228;higkeiten und Bed&#252;rfnissen.</p>
<p><small>Zuerst erschienen in der <i>tageszeitung</i> vom 8.9.2006, Seite 11. Foto: <a href="http://www.flickr.com/people/dustpuppy/">Bj&#246;rn Láczay</a></small></p>
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		<title>Besonderer Blick auf junge Menschen – Recht auf Ausbildung!</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Feb 2007 17:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Beate Müller-Gemmeke (Landesvorstand, KV Reutlingen)</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit & Beschäftigung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung & Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[In verschiedenen Kommentaren ist zu lesen, dass man bei der Debatte um eine Grundsicherung / Grundeinkommen die Menschen nicht in verschiedene Gruppen auseinander dividieren sollte. Dem m&#246;chte ich widersprechen. Ich meine, wir m&#252;ssen uns sehr wohl die Wirkungen einer GS/GE auf gesellschaftliche Gruppierungen ansehen und sehr genau &#252;berlegen, ob es zu negativen Auswirkungen kommen kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In verschiedenen Kommentaren ist zu lesen, dass man bei der Debatte um eine Grundsicherung / Grundeinkommen die Menschen nicht in verschiedene Gruppen auseinander dividieren sollte. Dem m&#246;chte ich widersprechen. Ich meine, wir m&#252;ssen uns sehr wohl die Wirkungen einer GS/GE auf gesellschaftliche Gruppierungen ansehen und sehr genau &#252;berlegen, ob es zu negativen Auswirkungen kommen kann bzw. ob eine GS/GE schlichtweg zu kurz greift. Der Hintergrund – pauschale L&#246;sungen bergen die Gefahr, dass es erneut VerliererInnen geben kann und ich denke, wir sind uns einig, dass wir genau dieses nicht wollen. Mit diesem Beitrag m&#246;chte ich den Blick auf junge Menschen richten. <span id="more-44"></span><br />
Das Wissen &#252;ber das Ausma&#223; der Jugendarbeitslosigkeit und &#252;ber das Ausbildungsplatzproblem setze ich jetzt einfach voraus und verzichte auf aktuelle Zahlen. Aber ganz ohne Zahlen komme ich dann doch nicht aus und m&#246;chte auf den <strong>baden-w&#252;rttembergischen </strong>Mikrozensus vom M&#228;rz 2004 aufmerksam machen. Es geht um die 15-25J&#228;hrigen (1.250.000 Personen) und ganz konkret um diejenigen, die in dieser Altersgruppe keinen Ausbildungsabschluss haben (890.000 Personen). Die gr&#246;&#223;te Zahl sind nat&#252;rlich die Nichterwerbspersonen, n&#228;mlich 550.000 (Schule, Studium etc.) – aber in dieser Zahl verstecken sich nat&#252;rlich auch all die jungen Menschen, die schulische Warteschleifen drehen z.B. im BVJ oder anderen Ma&#223;nahmen. Entscheidend ist aber, dass 300.000 berufst&#228;tig und 39.000 arbeitslos waren – und zwar je ohne berufliche Ausbildung. Erschreckend ist dieses Ergebnis nicht nur wegen der H&#246;he der Zahl, sondern auch im Vergleich zu den anderen Altersgruppen, die deutlicher weniger Menschen ohne Ausbildung aufzeigen. Erschreckend ist die Zahl insbesondere auch deshalb, weil diese 300.000 junge Menschen als Ungelernte in Bereichen arbeiten, die weiter durch Rationalisierungsdruck und Betriebsverlagerungen bedroht sind und eines ist sicher und bekannt: Das h&#246;chste Risiko f&#252;r Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt eine fehlende Ausbildung.<br />
Jetzt kann die Antwort sein, jeder bekommt eine Grundsicherung oder ein Grundeinkommen und damit sind auch junge Menschen abgesichert. Nat&#252;rlich m&#252;ssen diese jungen Menschen in diesem Sinne finanziell abgesichert werden. Aber finanzielle Absicherung ist zu wenig!<br />
Oben das sind lediglich die nackten Zahlen und sagen &#252;ber das eigentliche Ausma&#223; des Problems noch viel zu wenig aus. Schon lange sprechen wir nicht mehr &#252;ber die so genannten benachteiligten jungen Menschen, denn 80% der arbeitslosen Jugendlichen haben einen Haupt- und Realschulabschluss. Ganze Hauptschulklassen werden am Ende ihrer Schulzeit ohne berufliche Perspektive ins Leben entlassen. Berufliche Tr&#228;ume und W&#252;nsche l&#246;sen sich f&#252;r junge Menschen wie Seifenblasen auf und demotivieren diejenigen, die mit der Gewissheit des gleichen Schicksals folgen. Dabei sprechen wir &#252;ber junge Menschen, die sich in der aufregenden, aber auch schwierigen, Lebensphase befinden, den Schritt in die Erwachsenenwelt zu machen. Viele sind motiviert und doch erleben sie – der Platz f&#252;r sie in der Gesellschaft ist nicht vorhanden &#8211; man braucht sie nicht. Ganz schlimm wird es dann, wenn die n&#228;chste Illusion zerplatzt, n&#228;mlich wenn nach einer schulischen Warteschleife ein weiteres Mal der Ausbildungsplatz fehlt.<br />
Meine Frage ist hier nun – reicht es aus, diesen jungen Menschen ausschlie&#223;lich Geld in die Hand zu geben? Ich rede hier nicht &#252;ber Gymnasiasten oder Studenten, die schon &#228;lter sind und viele Impulse f&#252;r ihr Leben erhalten haben. Ich rede &#252;ber 15- bis 18-j&#228;hrige Jugendliche.<br />
Ich gehe bei diesen Gedanken auch nicht von Visionen aus, wie eine Gesellschaft und wie ein sinnerf&#252;lltes Leben in meinen Augen aussehen k&#246;nnte. Ich bin hier ganz pragmatisch und realistisch und gehe davon aus, dass noch eine lange Zeit Identifikation und Selbstwertgef&#252;hl in gro&#223;em Ma&#223;e &#252;ber Erwerbsarbeit erreicht wird.<br />
Ganz realistisch sehe ich dar&#252;ber hinaus, dass wir in einer individualisierten Fun-Gesellschaft leben und das Konsumdenken eine gro&#223;e Rolle spielt. Gerade junge Menschen sind dem durch unsere Medienwelt extrem ausgesetzt. Meine Frage: Reicht eine GS/GE somit den jungen Menschen?<br />
Zudem – in diesem ganzen Zusammenhang geht es dabei um junge Menschen, die unsere Gesellschaft in 20 Jahre pr&#228;gen werden – insbesondere wenn man den demografischen Wandel im Auge hat.<br />
Meine Meinung ist dazu eindeutig: Eine GS/GE reicht nicht aus. Ich habe schon an anderer Stelle gefordert, dass wir ein „Recht auf Ausbildung“ brauchen. Damit meine ich keine Zwangsausbildung, sondern dass all diejenigen, die eine Ausbildung machen wollen, dies auch machen k&#246;nnen!<br />
Und damit bin ich wieder ganz konkret bei unserer Grundsicherungsdebatte. Haben wir Gr&#252;ne auch solche Ziele? Dann m&#252;ssen wir diese in der Debatte formulieren. Am Ende der Debatte m&#252;ssen wir n&#228;mlich ein Modell entwickeln, das alle Ziele umfasst. Insbesondere bei der Debatte &#252;ber die Finanzierung m&#252;ssen notwendige Begleitkonzepte (wie beispielsweise ein Recht auf Ausbildung) mitbedacht werden, um VerliererInnen zu vermeiden. </p>
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		<title>Zusammenhang Grundsicherung -&gt; Steuern</title>
		<link>http://www.grundsicherung-bw.de/2007/02/18/zusammenhang-grundsicherung-steuern/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Feb 2007 01:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max Bleif (KV Ludwigsburg)</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn &#252;ber die Einf&#252;hrung einer Grundsicherung/eines Grundeinkommens diskutiert wird, dann wird sehr schnell die Frage auftauchen, wie das Ganze zu finanzieren ist.
Und dann kommt gleich das n&#228;chste Argument, das die Sache negativ werden l&#228;sst.
Um ein Grundeinkommen/eine Grundsicherung einf&#252;hren zu k&#246;nnen, m&#252;ssen die Steuern erh&#246;ht werden. Und dagegen regt sich, verst&#228;ndlicherweise, Widerstand.
Unser Sozialsystem ist, meines Erachtens, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn &#252;ber die Einf&#252;hrung einer Grundsicherung/eines Grundeinkommens diskutiert wird, dann wird sehr schnell die Frage auftauchen, wie das Ganze zu finanzieren ist.<br />
Und dann kommt gleich das n&#228;chste Argument, das die Sache negativ werden l&#228;sst.<br />
Um ein Grundeinkommen/eine Grundsicherung einf&#252;hren zu k&#246;nnen, m&#252;ssen die Steuern erh&#246;ht werden. Und dagegen regt sich, verst&#228;ndlicherweise, Widerstand.<br />
Unser Sozialsystem ist, meines Erachtens, untrennbar mit unserem Steuersystem verbunden.<br />
Wer unser Sozialsystem gerecht umbauen will, muss gleichzeitig auch unser Steuersystem umbauen und vor allem vereinfachen. Eine &#8220;einfache&#8221; Umschichtung wird nicht funktionieren.</p>
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		<title>Woher kommt unsere Arbeitslosigkeit?</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Feb 2007 23:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bader (Landesvorstand, KV Schwäbisch-Gmünd)</dc:creator>
				<category><![CDATA[01 Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit & Beschäftigung]]></category>
		<category><![CDATA[Höhe & Finanzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder & Karriere]]></category>
		<category><![CDATA[Statement]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Beitrag m&#246;chte ich einen Punkt aufgreifen und weiterf&#252;hren, der bereits auf der Regionalkonferenz am Samstag angeklungen ist. Die Auswirkungen der zunehmenden Berufst&#228;tigkeit von Frauen auf den Arbeitsmarkt.
Vor etwa 50 Jahren war es noch ganz normal, dass der Mann zur Arbeit ging und sich die Frau um den Haushalt k&#252;mmerte. Heute arbeiten in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Beitrag m&#246;chte ich einen Punkt aufgreifen und weiterf&#252;hren, der bereits auf der Regionalkonferenz am Samstag angeklungen ist. Die Auswirkungen der zunehmenden Berufst&#228;tigkeit von Frauen auf den Arbeitsmarkt.</p>
<p>Vor etwa 50 Jahren war es noch ganz normal, dass der Mann zur Arbeit ging und sich die Frau um den Haushalt k&#252;mmerte. Heute arbeiten in der Regel beide Partner. Selbst wenn Kinder kommen pausieren die meisten Frauen nur einige Jahre und versuchen dann wieder ins Berufsleben zur&#252;ck zu kehren. Diese Entwicklung ist gut so und von uns im Prinzip auch so gewollt. Welche Auswirkungen hat sie aber auf die Arbeitslosigkeit in unserem Land?<br />
<span id="more-35"></span><br />
Wenn wir davon ausgehen, dass im Schnitt nur etwa halb so viele Frauen zur Arbeit gehen wie M&#228;nner – das d&#252;rfte unter Ber&#252;cksichtigung von Schwangerschaftszeit und verst&#228;rkter Teilzeit bei Arbeitnehmerinnen einen durchaus realistischer Wert sein – so bedeutet dies, dass innerhalb der letzten f&#252;nf Jahrzehnte die Zahl der dem Arbeitsmarkt zur Verf&#252;gung stehenden Personen um etwa 50% zugenommen hat. Grob &#252;berschlagen bedeutet dies, dass heute auf die selbe Personenzahl bezogen, etwa 150% der Produktmenge hergestellt werden k&#246;nnen die 1950 hergestellt wurde. </p>
<p>Gleichzeitig konsumieren aber Arbeitnehmerinnen nicht wesentlich mehr als Hausfrauen, die den ganzen Tag zu Hause verbringen. Ein Teil der so mehr produzierten Waren geht in den Export. Nicht umsonst ist Deutschland im Bereich der Exporte immer noch Weltmeister, trotz der angeblich so schlechten wirtschaftlichen Situation im Innland. Da aber auch der Exportmarkt nicht endlos deutsche Waren aufnehmen kann, kam die Entwicklung wie sie kommen musste. Der Aufgebaute Druck auf dem Arbeitsmarkt machte sich in sinkenden &#8211; oder zumindest nicht mehr wie gewohnt steigenden &#8211; L&#246;hnen und steigender Arbeitslosigkeit  bemerkbar.  </p>
<p>Heute haben wir eine Situation erreicht, in der es sich eine Familie kaum auf Dauer leisten kann, dass ein Partner gar nicht arbeiten geht. F&#252;r k&#252;nftige Eltern stellen Kinder zunehmend ein Armutsrisiko dar. Jugendliche finden keine Ausbildungsstelle und Absolventen mangels Berufserfahrung immer schwerer einen Job. </p>
<p>Auf der anderen Seite geht es denen, die als berufst&#228;tige Singles leben recht gut. Noch mehr profitieren diejenigen verheirateten Paare ohne Kinder, bei denen beide Ehepartner berufst&#228;tig sind. Im Vergleich zu vor 50 Jahren ist zwar die Einkommenssituation nicht mehr ganz so gut, da aber keine Familie mit ern&#228;hrt werden muss, bleibt f&#252;r den einzelnen doch wesentlich mehr &#252;brig. </p>
<p>Durch die Berufst&#228;tigkeit der Frau wurde ein Prozess auf dem Arbeitsmarkt ausgel&#246;st, der eine Umverteilung in unserer Gesellschaft bewirkt hat. Traditionelle Familien mit Kindern wurden immer &#228;rmer, Singles und berufst&#228;tige Ehepartner ohne Kinder immer reicher. Das Absurde ist, dass die letztere Gruppe diesen relativen Reichtum nicht als solchen wahr nimmt. Anstatt froh zu sein, dass beide einen Arbeitsplatz haben h&#246;rt man Spr&#252;che wie: „Da arbeitet man den ganzen Tag und am Ende nimmt einem der Staat wieder fast die H&#228;lfte weg“. </p>
<p>Wie kann man dieser Situation am besten begegnen?</p>
<p><em>Hier eine kurze Beispielrechnung, welche die ganze Situation samt L&#246;sungsans&#228;tzen &#252;berspitzt darstellt:</em></p>
<p><em>Ein Ehepaar lebt vom Ackerbau. Der Mann pfl&#252;gt, s&#228;t und erntet, w&#228;hrend die Frau sich um den Haushalt k&#252;mmert.  Die geernteten Feldfr&#252;chte reichen immer genau bis zur n&#228;chsten Ernte. Eines Tages beschlie&#223;t die Frau, dass sie die selbe Arbeit machen m&#246;chte wie ihr Mann. Um den Haushalt k&#252;mmern sich beide nach der Arbeit gemeinsam, das ist zwar sehr anstrengend, aber es ist zu schaffen. Als ein Jahr vergangen ist m&#252;ssen die beiden feststellen, dass sie viel zu viele Fr&#252;chte geerntet haben. Die n&#228;chste Ernte steht schon wieder an, aber die Vorratsr&#228;ume sind noch halb voll. Was werden die beiden jetzt wohl tun. Eine M&#246;glichkeit w&#228;re es, das nur noch eine Person arbeiten geht und die andere sich beklagt, dass sie keine sinnvolle Besch&#228;ftigung findet. Viel sinnvoller w&#228;re es allerdings, die beiden w&#252;rden jeweils nur noch den halben Tag arbeiten und trotzdem mit ihrer Ernte &#252;ber den Winter kommen. Sie h&#228;tten dann mehr Zeit f&#252;r andere Dinge und w&#252;rden sich nicht kaputt arbeiten. </em></p>
<p>Kehren wir wieder zu unserer momentanen Situation in Deutschland zur&#252;ck:</p>
<p>Eine generelle Reduzierung der Arbeitszeit, wie man sie nun vielleicht fordern m&#246;chte scheint nur auf den ersten Blick Erfolg versprechend. Sp&#228;testens dann, wenn eine Familie Kinder bekommen m&#246;chte, die Frau zu Hause bleiben muss und das Geld des Mannes, der dann nur noch etwa 2/3 dessen verdienen w&#252;rde was er fr&#252;her verdient hat, nicht mehr ausreicht, sind die Grenzen einer generellen Arbeitszeitverk&#252;rzung erreicht. Wir m&#252;ssen uns also einen anderen Weg &#252;berlegen, wie man verhindern kann, dass das &#220;berangebot an Arbeitskraft in Deutschland zu Arbeitslosigkeit und zu einer oben geschilderten Umverteilung f&#252;hrt.</p>
<p>Lassen wir doch diejenigen, die Vollzeit arbeiten wollen dies auch tun. Warum sollte man k&#252;nstlich die Arbeitszeit einschr&#228;nken. Allerdings muss dann auf andere Weise ein Ausgleich zwischen denjenigen geschaffen werden, die berufst&#228;tig und ohne Kinder von ihrem Einkommen &#252;berdurchschnittlich gut leben k&#246;nnen und zwischen denen, die Kinder oder einen Arbeitslosen Partner mitfinanzieren. Ansatzweise ist dies ja auch schon in unserm momentanen System enthalten. Transferzahlungen wie das Kindergeld oder ALGII sowie ein h&#246;herer Einkommenssteuersatz sollen genau diese Umverteilung bewirken. Aber reichen die momentanen Mittel aus?</p>
<p>Schauen wir noch mal an den Anfang der Betrachtungen zur&#252;ck und gehen von einem Anstieg der dem Arbeitsmarkt zur Verf&#252;gung stehenden Menschen von etwa 50% aus. Das w&#252;rde &#8211; wenn man Effekte wie Anstieg des Exportvolumens au&#223;er Acht l&#228;sst und von der selben Menge an hergestellte Produkten ausgeht &#8211; bedeuten, dass das Einkommen pro Kopf auf 66% des urspr&#252;nglichen Lohns zur&#252;ck gehen m&#252;sste. </p>
<p>Nimmt man nun einen berufst&#228;tigen Single und zieht von dessen Lohn zuerst 33% ab und besteuert erst anschlie&#223;en, so wird man ziemlich schnell feststellen, dass man mit einer Abgabenquote, die unter 50% liegt dem Problem steigender Ungerechtigkeit nicht herr werden wird. Im Gegenzug stellt ein Kindergeld, das l&#228;ngst nicht die durch das Kind entstandenen Kosten abdeckt nicht einmal einen Tropfen auf den hei&#223;en Stein dar, wenn es darum geht, den Einkommensausfall des einen Elternteils zu ersetzen. Hier wurde mit dem Elterngeld zumindest ansatzweise ein Schritt in die richtige Richtung geschaffen, der sich allerdings nur auf das erste Jahr nach der Geburt bezieht.  Entsprechend sieht es mit dem ALGII aus, das nach diesen Berechnungen ebenfalls 66% des Durchschnittslohns entsprechen m&#252;sste, da liegen wir momentan doch leicht daurunter.</p>
<p>Wenn wir uns in dieser Debatte zum Thema Grundeinkommen/Grundsicherung &#252;ber den k&#252;nftigen Weg unterhalten, den unsere Gesellschaft gehen soll, so m&#252;ssen wir die oben angef&#252;hrten Punkte ber&#252;cksichtigen. Sollten wir uns f&#252;r ein Modell der Grundsicherung, oder sogar f&#252;r das Grundeinkommen entscheiden, so wird sich vor allem bei dem Weg der Finanzierung entscheiden, ob wir die geschilderten Probleme in den Griff bekommen. </p>
<p>Folgende Fragen sollten wir uns in der Diskussion stellen:</p>
<li>Was bedeuten diese Erkenntnisse f&#252;r die Ausgestaltung eines Grundeinkommens bzw. einer Grundsicherung?</li>
<li>Kann ein/e Grundsicherung/Grundeinkommen, das &#252;ber die Umsatzsteuer finanziert wird den bestehenden Problemen &#252;berhaupt gerecht werden? </li>
<li>M&#252;ssen nicht gezielt diejenigen st&#228;rker zur Kasse gebeten werden, die keine Kinder aber einen guten Beruf haben?</li>
<li>Wie verh&#228;lt es sich mit dem Ehegattensplitting? Brauchen wir hier nicht auch ein moderneres Instrument im Steuersystem, das eine Beg&#252;nstigung bei der Steuer nur dann m&#246;glich macht, wenn entweder Kinder, oder aber weitere nichtarbeitst&#228;tige Familienmitglieder von einem Einkommen mit unterhalten werden?</li>
<li>Kann &#8211; oder wird &#8211; die Zahl der nicht Arbeitst&#228;tigen nach Einf&#252;hrung der Grundsicherung bzw. des Grundeinkommens auf 30-40% ansteigen, damit das urspr&#252;ngliche Gleichgewicht wieder erreicht wird?</li>
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