Grundeinkommen und ökologische Lebensstile

In meinem Beitrag Für ein existenzsicherendes Grundeinkommen habe ich es ja schon kurz erwähnt: ein Grundeinkommen macht auch aus der Perspektive eines Zusammendenkens von ökologischer und sozialer Frage Sinn. Reinhard Loske plädiert seit einiger Zeit dafür.

Heute hat Loske einen Kommentar (“Den Konsumismus überlisten”) in der taz, der sich hauptsächlich damit beschäftigt, dass es für eine radikal-realistische Klimapolitik nicht ausreicht, Glühbirnen zu verbieten und Hybridautos zu fordern. So schreibt er:

Die Politik muss höllisch aufpassen, dass sie die Klimadebatte nicht zerredet und so klein hackt, dass die Bevölkerung letztlich den Eindruck gewinnt, man könne an der Misere sowieso nichts mehr ändern und konzentriere sich am besten darauf, das eigene Scherflein ins Trockene zu bringen oder die letzte Party zu feiern. Was jetzt gebraucht wird, sind große Würfe, die dann auch verbindlich beschlossen und schrittweise umgesetzt werden: die kohlenstofffreie Energiewirtschaft, klimafreundliche Verkehrsmittel und Gebäude sowie Infrastrukturen, die für jeden ein richtiges Leben im richtigen ermöglichen.

Alle Windräder, Holzpelletheizungen und Hybridautos werden uns aber nicht retten, wenn wir uns länger um die Lebensstilfrage herumdrücken. Da gibt es eine natürliche Scheu, die verständlich ist, gerade bei Politikern, die den Vorwurf der Verzichtspredigt scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Aber der Konsumismus, also das Anhäufen von Gütern als Substitut für Sinn, ist heute der größte Feind des Klimaschutzes. Deshalb ist es eine Kulturaufgabe erster Ordnung, die Rückkehr zum menschlichen Maß zu befördern.

Das nur als Kontext für die hier interessante Frage, wie Grundeinkommen und Klimapolitik zusammenpassen. Als Zwischenschritt dazu argumentiert Loske dazu, nicht klassisch-kapitalismuskritisch und verzichtsbetont an die Frage ökologischer Lebensstile heranzugehen, sondern “den Konsumismus zu überlisten”, d.h.:

[...] Maßhalten mit Lebensfreude, Verzicht mit Genuss, weniger mit mehr, Askese mit Selbstentdeckung zu verbinden, um Mut zu machen und zur Nachahmung anzuregen. Bei der Pluralität unserer Gesellschaft wird das nicht zum Einheitslebensstil führen, sondern zu einer Vielfalt von Lebensstilen, die aber allesamt klimaverträglicher sein würden.

Hier kommt nun das Grundeinkommen ins Spiel, das Loske als Chance sieht, soziale und ökologische Frage zu verbinden und denen, die es wollen, die Möglichkeit zu geben, neue ökologische Lebensstile zu entdecken:

Freilich gilt es eine wichtige Einschränkung zu machen: Wenn Verzicht für die Reichen lediglich hieße, ihren Off-Roader in der Fastenzeit am Sonntag stehen zu lassen, während er für die Armen die Kürzung der Hartz-IV-Leistungen von 345 Euro pro Monat auf 300 Euro bedeutete, wäre ein solcher Ansatz ohne Aussicht auf breite gesellschaftliche Zustimmung. Die Chance, maßvollen Lebensstilen zum Durchbruch zu verhelfen, steigt mit der gesellschaftlichen Gerechtigkeit, national wie international. Das Grundeinkommen für jede und jeden könnte die Brücke sein, um übermäßigen Wachstumsdruck von der Gesellschaft zu nehmen. Es ist an der Zeit, die ökologische und die soziale Frage endlich zusammenzudenken.

Ich finde das eine ziemlich spannende Perspektive, selbst wenn ich noch nicht davon überzeugt bin, dass ein derartiger Lebensstilwandel auf breiter Front passieren wird. Aber selbst für die von Loske als unzureichend dargestellten Maßnahmen sind Avantgarde-Haushalte sinnvoll, die zeigen, wie ein ökologisch nachhaltiger, emissionsreduzierter und trotzdem genußvoller Lebensstil aussehen kann, und von denen der “raffinierte Kapitalismus” lernen kann. Um diese möglicherweise anfangs recht kleine Gruppe zu unterstützen, ist ein Grundeinkommen eine gute Idee (jedenfalls besser als die Idee eines Zuschusses für geprüftes ökologisch korrektes Verhalten …).

16 Kommentare zu “Grundeinkommen und ökologische Lebensstile”

  1. Henning Schürig (Admin, KV Stuttgart)

    Mir ist ehrlich gesagt, völlig unklar, wie das Grundeinkommen den Wachstumsdruck der Gesellschaft reduzieren soll. Hilft mir jemand?

  2. Gretel, Grünwählerin seit Parteigründung, Westfalen

    Das BGE würde einen postmateriellen Lebensstil ermöglichen, also eine Verlagerung von materieller zu geistiger Wertschöpfung und vom “Haben” zum “Sein” (Erich Fromm).

  3. Till Westermayer (KV Breisgau-Hochschwarzwald)

    Das ist die Idee — und der Schritt dazwischen ist der, dass jemand mit Grundeinkommen weniger Zeit für Arbeit und mehr Zeit für “Sein” haben kann, und die dann idealerweise nicht dafür nutzt, Konsumgüter zu kaufen (und sich zu verschulden), sondern für Kontemplation, Eigenarbeit, ehrenamtliche Arbeit, Familie, Kunst, … andere Formen der Selbstfindung, also jedenfalls alles Dinge, die deutlich weniger materialintensiv sind. Im Prinzip finde ich das eine sehr gute Idee (und habe deswegen auch auf Loskes Beitrag hingewiesen) — allerdings nehme ich an, dass es nur eine relativ kleine Gruppe von Menschen gibt, die ein Grundeinkommen so nutzen würden. Dazu gehört ja beispielsweise, sich nicht über die Erwerbsarbeit zu definieren, etwas mit sich anfangen zu können, ohne externe Unterhaltung geboten zu bekommen usw.

    Skeptisch bin ich, weil es eine doch recht klare gesellschaftliche Strukturierung in “Milieus” gibt (z.B. SINUS-Milieus) , die jeweils für bestimmte Werthaltungen, für einen bestimmten Lebensstil stehen. Und positive Resonanzen mit einem durch ein Grundeinkommen ermöglichten Lebensstil des “positiven Verzichts” sehe ich nur bei den Milieus “B12 Postmaterialisten” und “C2 Experimentalisten”, zusammen sind das maximal 20% der Gesellschaft.

  4. albert

    @till: ein sehr interessanter ansatz, till. vielleicht könnte man sich ja überlegen, welche perspektiven jeweils einzelne milieus mit dem bge hätten. man könnte sich ja tatsächlich worst-case und best-case szenarien überlegen. aber vielleicht ist ja die sinusabbildung der gesellschaft ja auch nur ein produkt heutiger ökonomischer gegebenheiten. vielleicht können wir ja auch nur über die übergangsphase spekulieren.

  5. Robert Zion

    Zunächst einmal finde ich es ohnehin immer erfrischend, wenn Reinhard Loske sich äußerst. Anders als die überwiegende Mehrheit der Fraktion, hat er den Mut bewahrt über das Gegebene und dessen politischer Verwaltung hinaus weiter zu denken. Kein Wunder – jedenfalls für mich -, dass Reinhard dann in Fraktionsveranstaltungen wie dem Berliner „Armutskongress“ nicht auftaucht. Stattdessen tauchen dann da wieder die Dückerts und Göring-Eckarts auf, die zwar nach dem Hartz-Desaster einen Eimer Kreise gefressen haben, was zwar vielleicht ihre Stimmlage aber nicht das verändert, was sie zur sozialen Sicherheit zu sagen haben.

    Aber, zum Thema. Mir gefällt Reinhards Gedankengang außerordentlichen gut, mit dem Grundeinkommen das Ziel zu verbinden, „…übermäßigen Wachstumsdruck von der Gesellschaft zu nehmen“. Tatsächlich geht es bei der Ökologie und im Sozialen im Kern immer noch um die Frage des WACHSTUMS. Oder, um es einmal in den Worten Brad Pitts aus einem meiner Lieblingsfilme (FIGHT CLUB) zu sagen: „Wir machen eine Arbeit, die wir hassen, um uns eine Scheiße zu kaufen, die wir nicht brauchen.“ Die Frage der Lebensstile in diesem Zusammenhang, da gebe ich Till vollkommen Recht, ist eher eine, die noch auf die gut gebildete und besser verdienende Wählerschaft der Grünen ausgerichtet ist. Ich denke daher, dass die Frage der Finanzierung des BGE die weit spannendere Frage in Bezug auf die ÄBLÖSUNG DES FALSCHEN VERSPRECHENS VON VOLLBESCHÄFTUNG DURCH WACHSTUM MITTELS GAGA- UND NONSENSPRODUKTION ist.
    Am Ende kann es dann nicht darum gehen, ressourcenleicht Öko-Tamagotchis mit Mindestlöhnen zu produzieren, sondern darum, das überhaupt niemand mehr solch einen Mist kauft (und folglich auch keiner produziert wird). Aber, ich war ja bei der Finanzierung. Die in meinem Gastbeitrag „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“ knapp dargelegte Transformation der Wirtschaft verlangt notwendiger Weise eine Umstellung der Besteuerung von Wertschöpfung oder Inputs (Arbeit, unternehmerische Tätigkeit) auf Entnahmen oder Outputs (Verbrauch, Naturverbrauch, Kapitalerträge), also Mehrwertsteuern (mit Staffelung bis zur Luxussteuer), Ökosteuern, Erbschafts-, Vermögens- und Kapitalertragssteuern.
    Dabei wird die Höhe des BGE von drei Faktoren abhängen: 1. vom soziokulturellen Existenzminimum; 2. von der vorhandenen Wertschöpfungsbasis (BIP); 3. vom Grad der steuerlichen Erfassung und Umverteilung. Zumindest zwei drei Faktoren bieten Möglichkeiten der ökologischen Aussteuerung. Denn 1.wird sich das soziokulturelle Existenzminimum aller voraussichtlich nach auch in der geldwerten Höhe verändern, wenn kein Zwang zur Lohnerwerbsarbeit mehr besteht (es wird nicht mehr nur davon bestimmt, sich Dinge kaufen zu müssen), und 2. wird sich selbstverständlich die Ökosteuer aber auch die Besteuerung von Kapitalentnahmen verkleinernd auf die Wertschöpfungsbasis bzw. vermindert auf deren Wachstum auswirken, denn die Kapitalverzinsung – der wahre „Motor“ des natur- und menschenverheerenden Wachstums – wird dadurch unattraktiver.

    Wie ich bereits beim Treffen des Netzwerkes am Rande der BDK in Köln angedeutet habe, entsteht hier tatsächlich ein kreislaufartige Rückkoppelung. Kurz und gut: Höheres BGE = höheres Wachstum als auch umgekehrt. Mit dem BGE wird die Frage des Wachstums dann nicht mehr eine des Kapitals sein, sondern eine Entscheidung der Bürger werden, für das Tamagotchi den Planeten zu ruinieren oder auch nicht – dann haben wir die Wahl.

    Viele Grüße
    Robert Zion, KV Gelsenkirchen

  6. till we *) . Blog » Blog Archive » Grundeinkommen und ökologische Lebensstile

    [...] ((Z.T. kopiert aus der grünen Grundeinkommensdebatte)) [...]

  7. Daniel

    @till: “allerdings nehme ich an, dass es nur eine relativ kleine Gruppe von Menschen gibt, die ein Grundeinkommen so nutzen würden.”
    Das schöne an der Idee Grundeinkommen ist aber, dass es mehr Leute geben würde, die das Nutzen können! Wers nicht will macht einfach weiter wie bisher. Außerdem denke ich dass man sich kaum gegen den Gedanken (es so zu nutzen) wehren kann wenn man darüber nachdenkt…

    Habt ihr hier schon über Finanzierung des Grundeinkommens geredet?

  8. Stefan (KV Lörrach)

    ” den konsumismus überlisten” taz, 27.02.07

    der beitrag von reinhard loske gibt mir hoffnung, dass es in dieser partei doch leute gibt, die bereit sind aus dem kerker der spezialisten auszubrechen um über den tellerrand des realopolitik zu schauen. eben die dinge nicht immer getrennt zu diskutieren, sondern zu zeigen, dass immer alles mit allem zusammenhängt. die verknüpfung von ökologie- und sozialpolitik ist dringend überfällig!

    alleine die völlig misslungene bezeichnung “armutskongress” für die märzveranstaltung in berlin zeigt, dass von den dortigen leuten nicht wirklich realisiert worden ist, worum es beim bge eigentlich geht.
    vermutlich hat die “menschenverwaltung” wie sie unter hartz IV perfektioniert wurde, uns erst ermöglicht aufzuwachen. ich möchte das den massgeblichen gremien gerne zu gute halten, da es auch manchmal erst solcher auswüchse bedarf, um zu einem umdenken zu kommen.

    @henning … ich hoffe du hast den zusammenhang mittlerweile verstanden, falls nicht …, ein auskömmliches bge würde viel druck und angst aus der gesellschaft nehmen, welcher, wie robert sehr treffend und vereinfachend ausführt, zu unserer absurden konsumgüterproduktion (tamagotchi…) führt.

    und @till – das bge führt hoffentlich nicht zu mehr “kunstproduktion” im sinne wie wir sie heute verstehen, sondern zum mehr “lebenskunst”, was etwas ganz anders ist, da sich viele “künstler” heute leider zu zwanghaften tamagotchiproduzenten entwickelt haben.
    das bge soll ja nicht zu einem rückzug aus der gesellschaft (kunst im elfenbeinturm), sondern im gegenteil zu mehr gesellschaftlichem engagement führen. vor allem könnte jede/r den platz einnehmen, der ihr/m natürlicherweise zuwächst, nur eben immer weniger in künstlich erschaffenen produktionsmaschinerien.

  9. Till Westermayer (KV Breisgau-Hochschwarzwald)

    @Stefan — da hatten wir uns ja schon mal “in echt” lang und ausführlich drüber unterhalten. Ich finde Formulierungen wie “vor allem könnte jede/r den platz einnehmen, der ihr/m natürlichweise zuwächst” ziemlich schwierig. Dahinter steht ja die Idee eines organischen Ganzen (war in der Soziologie ungefähr der letzten Jahrhundertwende mal ziemlich in), in dem alle ihren Platz finden/zugewiesen bekommen (wenn es einen Platz gibt, der einem/einer “natürlicherweise” zusteht, dann kann der auch objektiv bestimmt und von einer zentralen Agentur zugewiesen werden). Mein Gesellschaftsbild ist ein anderes — auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wird es unterschiedliche (und sich widerstrebende) Interesse und Konfliktlinien geben. Es wird Menschen geben, die mit dem, was sie machen, unzufrieden sind, es wird weiterhin Menschen geben, die sich über- oder unterfordert fühlen, und es wird auch weiterhin Menschen geben, die durch irgendwelche Zufälle (Erbschaft o.ä.) viel bessere Ausgangspositionen als andere haben, um an knappe, aber begehrte Dinge wie z.B. Aufmerksamkeit heranzukommen.

    Wichtig ist vielleicht folgende Unterscheidung: auf der einen Seite das Normative: was soll das bedingungslose Grundeinkommen erreichen — und auf der anderen Seite das, hm, TatsächlicheMögliche: was könnte sich durch ein bedingungsloses Grundeinkommen tatsächlich und realistischerweise verändern? Ich möchte sehr dafür plädieren, Wunsch und mögliche Konsequenzen nicht zu verwechseln. Auch wenn ich z.B. eine Steigerung gesellschaftlichen Engagements durch das Grundeinkommen sehr positiv finde, glaube ich nicht, dass sowas alleine durch die Maßnahme “Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens” passiert — da kommt es vielmehr darauf an, wie so ein Grundeinkommen genau aussieht, wie es eingeführt wird, und was sonst noch so passiert. Ich glaube, niemand kann genaue Vorhersagen darüber machen, was sich gesellschaftlich ändert, wenn relativ problemlos und einfach materielle und soziale Grundbedürfnisse für (fast) alle gedeckt sind. In vielen Fällen wird sich auch nicht “automatisch” etwas ändern — z.B. spricht der Kontrast aus “Kunstproduktion” und “Lebenskunst” ja von einem heutigen Falschen und einem zukünftigen Richtigen (mal ganz egal, ob ich das jetzt auch so sehe oder nicht). Aber selbst mit der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens werden die Mechanismen der “Kunstproduktion” ersteinmal weiter wirken. Das sind eingefahrene und eingeübte Routinen und Praktiken und starke Institutionen, warum sollen die sich von heute auf morgen verändern?. Auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre es weiterhin eine Frage gesellschaftlicher Diskurshoheiten und der Durchsetzung von Leitbildern (oder auch von experimentellen Lebensweisen im Sinne des Ursprungsartikels), also eine Frage von Macht und Konflikten, ob die Möglichkeiten eines bedingungslosen Grundeinkommens (die ich ja auch sehe) zu Tatsächlichkeiten werden oder nicht.

  10. Stefan (KV Lörrach)

    Lieber Till, du kannst alles so hindrehen, dass es wie die Idee von Vorgestern aussieht … für mich ist die Idee an natürliche Organisationsstrukturen (gegenüber künstlichen bzw. aufgezwungenen) immer der zukünftige und aus meiner Sicht sind alle lebendigen Vorgänge auf der Welt immer auch als Bewegungen eines organischen Ganzen zu betrachten. Unsere Aroganz uns über die Natur zu stellen wird uns früher oder später sowieso einholen. Es ist eher eine Frage von Erdzeitaltern und nicht eine Frage von einem zum anderen Jahrhundert, aber das nur nebenbei. Deswegen beabsichtige ich nicht zur Horde zurückzukehren …

    “dann kann der auch objektiv bestimmt und von einer zentralen Agentur zugewiesen werden).” …

    Also ich hoffe das meinst Du nicht ernst, … es ist ja genau das Übel der Fremdbestimmung über persönlich Biografien. Die Zentrale sieht nur Humane Ressourcen “[Personalwesen - Human Ressource Management ... die grundlegende Aufgabe des Human Ressource Management ist es zu gewährleisten, dass...]” um die Wirtschaft zu optimieren. Sie stellt die Wirtschaft und nicht den mensch in den Mittelpunkt!

    “Mein Gesellschaftsbild ist ein anderes — auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wird es unterschiedliche (und sich widerstrebende) Interesse und Konfliktlinien geben. Es wird Menschen geben, die mit dem, was sie machen, unzufrieden sind, es wird weiterhin Menschen geben, die sich über- oder unterfordert fühlen, und es wird auch weiterhin Menschen geben, die durch irgendwelche Zufälle (Erbschaft o.ä.) viel bessere Ausgangspositionen als andere haben, um an knappe, aber begehrte Dinge wie z.B. Aufmerksamkeit heranzukommen.” …

    Natürlich bricht mit dem bge kein Paradies herein und es ist auch kein Allheilmittel. Nach wie vor wird es von jedem einzelnen abhängen, wie er sich entwickelt und was er aus seiner Verantwortung macht. Ein ererbter Reichtum wird dann genauso wie heute, Glück oder Unglück für den Erben bedeuten. Der genießt heute schon die Wahlfreiheit, die sicher nicht leicht zu händeln ist. Die Verhältnisse werden sich natürlich nicht sofort umdrehen da stimme ich Dir vollkommen zu, auch was die Voraussehbarkeit der Entwicklungen anbetrifft. Hätte man bei allen großen gesellschaftlichen Neuerungen darauf geschielt, wäre das meiste davon nur Literatur geblieben. Freiheit ist immer auch ein Wagnis.

    Mir geht es vor allem darum dem Menschen auf unserem fortgeschrittenen gesellschaftlichen Stand via bge die höchstmögliche Wahl/Freiheit zukommen zu lassen. Die Freiheit zu entscheiden, wo und wie der Mensch aktiv oder passiv lebt, teilhat oder arbeitet. Wir sind schon eine ganze Weile auf dem Weg und müssen ihn eben konsequent weitergehen. Das bedeutet weniger “Menschenverwaltung” mehr Verantwortung und weniger Fremdbestimmung. Ich will gar nicht bewerten, ob das dann Richtiger oder Falscher ist, das muß auch jeder für sich selbst entscheiden, nur fehlt bis heute meist die Freiheit dazu.

    Wenn ich schreibe: “vor allem könnte jede/r den platz einnehmen, der ihr/m natürlichweise zuwächst”, so meine ich damit in erster Linie die Freiheit: zu entscheiden wie und wo man leben, sich engagieren und arbeiten will. Es ist wie mit den Kitaplätzen, erst wenn das Angebot ausreichend ist, besteht erst wirkliche Wahlfreiheit. Keiner wird zur Freiheit gezwungen, aber er bekommt ein Angebot.

    Was ich mir wünsche, und da geht es nicht um Künstlerträume, dass wir dem Menschen einen Wert qua Existenz zugestehen und ihn außerhalb einer etwaigen Erwerbsbiografie begreifen und würdigen. Hier entscheidet sich ob und wieviel wir dem Menschen Vertrauen wollen.

    Hier noch ein Link zum jüngst prominent publizierten Artikel im Schweizer Facts

  11. Michael Hagel (KV Reutlingen)

    Ich finde die Gedanken von Reinhard Loske auf jeden Fall befruchtend, weisen sie doch darauf hin, dass ein Zusammenhang besteht zwischen materillen Bedingungen (wie viel habe ich zum Leben?) und postmateriellen Möglichkeiten (was erwarte ich vom Leben? / was will ich im Leben?).

    Allein, hier tun sich doch erst einmal viele Probleme auf. Wenn man unfassend und ganzheitlich denkt, ist klar, dass erst eine materielle Basis einem die Möglichkeiten verschafft ans Postmaterielle zu denken – so habe ich auch den obigen Beitrag von Stefan verstanden. Eine materielle Absicherung erzeugt aber noch keinen Automatismus, wonach ein bedingungsloses Grundeinkommen etwa automatisch zu Verhaltensweisen führt, die “mehr” oder “besser” sind als Konsumismus. Ein Grundeinkommen kann quantitative, materielle Fragen lösen, und schafft dadurch Möglichkeiten. Um zum postmateriellen Denken zu gelanden ist aber doch zumindest noch ein Zwischenglied nötig, eine sinnstiftende Entität, irgendetwas, irgendjemand, der anregt die freigewordenen Ressourcen (soziale, zeitliche) auch sozialveträglich und ökologisch zu nutzen.

    Damit will ich lediglich darauf hinweisen, dass wir noch eine ideele Antwort auf die drängenden Probleme brauchen. Ein Grundeinkommen allein wird noch nicht zum Sinneswandel führen, der “Sinneswandel” kommt ja nur vom “Sinn” her, und nicht vom Einkommen. Nicht unmsonst war Erich Fromm, auf den (und seine Thesen zu Haben und Sein) hier ja teilweise verwiesen wird, eher Psychoanalytiker als Haushaltspolitiker.

    Nur im realpolitischen festzuhängen finde ich auch unergiebig und langweilig, die Frage nach den Lebensstilen, nach dem Ressourcenverbrauch und nach dem großen Ganzen ist da schon viel interessanter und “grüner”, wenn man so will. Trotzdem sollte man nicht so naiv sein und annehmen, dass man durch materielle Massnahmen nicht-materielle Probleme lösen könne. Das Grundeinkommen tut meiner Meinung nach bitter Not – und zwar in erster Linie um eine materielle Problemstellung aufzulösen. Darüber hinaus kann es sicherlich noch viel umfassendere postive Effekte haben. Dazu wiederum bräuchte es aber flankierende Maßnahmen, die man dann nochmal ganz neu debattieren müsste, die aber jedenfalls nicht im doch recht engen Feld der materiellen Existenzsicherung anzusiedeln sind.

    Aber es spricht natürlich nichts dagegen, die Debatte auszuweiten, oder?

  12. Till Westermayer (KV Breisgau-Hochschwarzwald)

    Zu Stefan: Bei der Freiheit sind wir uns ja einig — nur finde ich es seltsam, wenn Du die Freiheit “zu entscheiden wie und wo man leben, sich engagieren und arbeiten will” mit “könnte jede/r den platz einnehmen, der ihr/m natürlichweise zuwächst” gleichsetzt. Diese Gleichsetzung kapiere ich einfach nicht (mag sein, dass die Soziologie mich da verdorben hat — aber Freiheit heißt halt auch, sich gegen “die Natur” entscheiden zu können!).

    Zu Michael: so sehe ich es auch — vielleicht hast Du es etwas klarer ausgedrückt …

  13. BerndK. (KV Osnabrück-Stadt)

    Hallo Frieder, hallo ihr,

    [ Ich setz meine Antwort auf Frieder Schöpfer mal hier hin, da 'Glücklich und zufrieden (mit der Diskussion hier im Blog)?' ja eine andere Frage ist ]

    > Menschen wollen tätig sein, gebraucht wer-
    > den, und dafür auch einen Lohn verdienen.

    Hergestelltes Gebrauchtwerden (beschaffte Arbeit) ist wie gekaufte Liebe. Ich denke nicht, daß Menschen überhaupt gebraucht werden wollen. Eigentlich wollen sie – um ihrer selbst willen – willkommen sein.
    Solange ‘Arbeit’ Voraussetzung für Einkommen ist, ist der Grund, aus welchem einem Erwerb nachgegangen wird, unklar. Es ist möglich und verbreitet wirklich, daß dieser Grund Gier, Habgier ist.

    “Der Praktiker, der sich viel gescheiter dünkt, wird das lä-
    cherlich finden. Aber es ist das Praktischste im Leben, was
    man nur betonen kann. Es ist der Satz, von dem Sie sich mehr
    und mehr überzeugen werden, daß Not, Elend und Leid nichts
    anderes sind als eine Folge des Egoismus. …
    So muß der Impuls zur Arbeit in etwas ganz anderem liegen
    als in der Entlohnung. Und das ist die Lösung der sozialen
    Frage: Trennung der Entlohnung von der Arbeit.”
    Vortrag von R. Steiner am 02. März 1908: “Geisteswissenschaft
    und soziale Frage”. Aus: “Soziale Frage und Anthroposophie”,
    1985, Verlag freies Geistesleben, S.28, 32

    > Heute treten Glotze, Spiel-PC und Suff an
    > die Stelle der circenses … und die Men-
    > schen werden damit unzufrieden sein und
    > chaotisch reagieren.

    Tatsächlich ist unsere heutige Industriewirtschaft nicht unerheblich auf die Produktion von ‘Metadon fürs Volk’ ausgerichtet. Unfrei sind Menschen, wo sie in Passivität gehalten werden.

    “Aus allem, was in den vorigen Kapiteln über den Menschen ge-
    sagt wurde, ergibt sich als Grundvoraussetzung für sein Wohl-
    Sein, daß er im Sinne der produktiven Betätigung aller Fähig-
    keiten aktiv ist, während es ein pathologisches Merkmal unser-
    er Gesellschaft ist, daß sie dazu neigt, den Menschen passiv
    und untätig zu machen, indem sie ihn der Chance beraubt, sich
    aktiv an den Angelegenheiten seiner Gesellschaft und an denen
    des Unternehmens, in dem er arbeitet, und sogar -wenn auch
    nicht so offenkundig- an seinen persönlichen Angelegenheiten
    zu beteiligen.” E. Fromm; Revolution der Hoffnung, S.95

    > Eine mehr als nur Existenzminimum-sichernde
    > bedingungslose Versorgung … hätte zerstö-
    > rerische Folgen.

    Die über das lebensnotwendige hinausgehenden Höhe des Grundeinkommen hätte keine zerstörerische Wirkung. Im Gegenteil muß sie zumindest so weit genügend bemessen sein, daß nicht schon aus ihr sich die Notwendigkeit der (vordergründig) billigsten Freizeitgestaltung, welche in unserer Gesellschaft Konsum heißt, ergibt.

    “_Der Mensch ist nicht zwangsläufig ein Herdentier_. Tat-
    sächlich hat er gerade, insofern er kein Tier ist, ein Interesse
    daran, in enger Beziehung zur Realität zu stehen und sich ihrer
    bewußt zu sein, die Erde unter den Füßen zu spüren, wie Antaios
    in der griechischen Sage.
    “Der Mensch hat als Mensch eine ihm innewohnende Neigung, seine
    Kenntnisse über die Wirklichkeit zu erweiteren, das heißt der
    Wahrheit [einer Verringerung von Fiktion und Täuschung] näher
    zu kommen …
    Der Prozeß des wachsenden Gewahrwerdens ist nichts anderes als
    der Prozeß des Erwachens, bei dem man die Augen öffnet und das
    erblickt, was vor einem liegt. Gewahrwerden heißt Illusionen
    aufgeben und ist in dem Maße, in dem es gelingt, ein Befrei-
    ungsprozeß. …” ebd. S. 64..

    > ..und viele notwendige gemeinnützige Aufgaben
    > werden weiterhin unerledigt liegen bleiben.

    Zur Erledigung notwendiger gemeinnütziger Aufgaben werden wir als Gesellschaft übergehen müssen zu einer wirklichkeitsnäheren Wertesystematik. Indem wir Aufgaben wohl als notwendig, zugleich aber als unterfinanziert erkennen, müssen wir doch Verfahren entwickeln, deren Erledigung als auf Freiwilligkeit basierend zu ermöglichen.

    “Die Werte -die offiziellen wie auch die tatsächlichen- sind
    keine unstrukturierten Einzelposten, sondern sie bilden eine
    Hierarchie, in welcher bestimmte höchste Werte die anderen als
    notwendige Korrelate zu ihrer Realisierung determinieren.” ebd. S.86

    “Das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben unserer Ge-
    sellschaft ist so zu verändern, daß es Wachstum und Lebendig-
    keit des Menschen anregt und fördert und nicht verkrüppelt; daß
    es den einzelnen aktiviert, anstatt ihn passiv und rezeptiv zu
    machen, und daß unsere technischen Fertigkeiten dem Wachstum
    des Menschen dienen. …
    Der Mensch, und nicht die Technik, muß zur letzten Quelle der
    Werte werden, die optimale menschliche Entwicklung, und nicht
    die maximale Produktion muß das Kriterium für jegliches Planen
    sein.” ebd. S.93

    Wenn unsere Paragraphen von ‘Aktivierung’ sprechen, meinen sie bisher kaum anderes als von aussen wirkende Maßnahmen, an denen Menschen teilzunehmen verpflichtet, wenn nicht gezwungen sind. Genau diese Gängelung führt aber zu _Passivität_. Zu Tätigkeit aus eigenem ‘Antrieb’ kann nur ein wirkliches Angebot, daß als solches abzulehnen ohne weiteres möglich sein muß, führen.
    Wie weit solche Angebote angenomen werden, daß hängt ab von ihrer Attraktivität. Diese widerum sollte zur Fortschrittlichkeit soweit möglich nicht aus Geld, sondern aus der Lebendigkeit des Umfeld und der Selbstbestimmtheit der darin Tätigen sich ergeben.

    “Philosophische Gebäude sind bequemen und aufwendig eingerich-
    teten Wohnungen zu vergleichen, die eine wohlhabende Zeit sich
    leisten kann. Wenn aber Notzeiten kommen, Krankheiten, dann
    muss man diese Wohnung wenigstens zeitweise verlassen, die
    beengenden Kleider abwerfen, um mit der nacken Haut Erde,
    Sonne und Luft zu spüren; da muss man richtig atmen lernen,
    singen und richtig essen.” Und;
    “Es gibt zwei Heilverfahren. Im einen Falle setzt der Kranke
    auf Tropfen. Im anderen gibt er sich einer durchgreifenden
    allseitigen Tätigkeit hin in Sonne, Luft, Wasser, Erde.”
    Hugo Kükelhaus; Urzahl und Gebärde

    Fromm:
    “Eine neue Auffassung vom Heiligen, das nicht in Frage gestellt
    werden darf, ist im Entstehen: die Kalkulierbarkeit, die Wahr-
    scheinlichkeit, die Sprache der Tatsachen. …
    …’Tatsachen’ sind Deutungen von Ereignissen, und die Deutung
    setzt bestimmte Interessen voraus, welche die Relevanz des be-
    treffenden Ereignisses bestimmen. …
    Die Illusion der unbedingten Gewißheit der Entscheidungen des
    Computers, die von einem großen Teil der Öffentlichkeit und von
    vielen Entscheidungsträgern geteilt wird, beruht auf der irrigen
    Annahme, daß erstens Tatsachen objektive ‘Gegebenheiten’ seien
    und daß zweitens das Programmieren wertfrei sei.” S.54..57

    Wir können ja mit unserer Betrachtung nicht bei den sicherlich zu beklagenden Süchten stehen bleiben. Eine ganzheitliche Sichtweise wird uns diese weitgehend als Folge der mit der Industrialisierung zusammen fallenden Desintegration der ihr unterliegenden Menschen aufzeigen.
    Folge der Industrialisierung ist die entmutigende Ableistung ’spurloser Arbeit’ (Mitscherlich). Die Folgen des bis heute aufrecht erhaltenen administrativen Zwang zur Arbeit werden nach langem Schweigen in der Diskussion ums Grundeinkommen thematisiert.

    Je anstrengender die Reproduktion der an dingliches gekoppelten ‘Vergnügungen’, desto leichter eine Aufhebung des zum Erhalt dieser versiegenden Lustquellen erforderlichen Rituals.

    liebe grüße -
    bernd

  14. Stefan (KV Lörrach)

    Till: “Bei der Freiheit sind wir uns ja einig” — Freiheit ermöglichen “zu entscheiden wie und wo man leben, sich engagieren und arbeiten will” … genau das meine ich … willst Du mich absichtlich missverstehen? … ich habe es zuvor vielleicht etwas kryptisch ausgedrückt, … , ich meinte damit, dass jeder, die “Strasse Grundeinkommen” benutzend, ohne durch Existenznot bzw. Angst zur irgendeiner Erwerbsarbeit gezwungen zu sein, zu seiner selbstbestimmten Existenz – Tun, Arbeit, Nichtstun, was auch immer, finden könnte: zu etwas das einem selbst bzw. der EIGENEN “Natur” am ehesten entspricht. Das würde ich unter natürlichem Wachstum bzw. natürlichem Entwicklungsprozess verstehen … wo ist der Widerspruch?

  15. Till Westermayer (KV Breisgau-Hochschwarzwald)

    Stefan, ganz knapp (und hoffentlich trotzdem verständlich):

    Aus individueller Perspektive stimme ich Dir zu: ein Grundeinkommen ermöglicht es einem Menschen, sich zu entwickeln, seinen eigenen Weg zu finden usw.; von mir aus kann das auch als “der eigenen Natur entsprechend” apostrophiert werden.

    Der Widerspruch taucht auf, wenn wir die Perspektive umdrehen: wie sieht eine Gesellschaft aus, in denen allen die Möglichkeit frei steht, sich zu entwickeln? Sicher besser als heute ;-) — aber das mal beiseite, verstehe ich dich so, dass du davon ausgehst, dass, wenn nur jedeR seinen/ihren Platz gefunden hat, alles insgesamt wunderbar harmonisch, natürlich und organisch verläuft. Ich dagegen glaube, dass sehr viele Konfliktlinien, die es heute gibt, auch bestehen würden, wenn jeder die materielle Basis (und mehr ist es ja nicht) dafür hätte, sich selbst zu verwirklichen — Aufmerksamkeit z.B. bleibt ein knappes Gut. Die individuelle “natürliche” Entwicklung wird also meiner Meinung nach nicht zu einer “organisch gewachsenen Gesellschaft, in der jeder seinen Platz hat” führen — sondern es wird weiter Streit darum geben.

    ((Plastisches Beispiel: Marx “morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe” — das klappt auch mit Grundeinkommen nicht, weil es weiterhin nur eine begrenzte Zahl totzuschießende Hirsche gibt, und irgendwie entschieden werden muss, wer diese totschießen darf — und wenn es mehr gibt, die sich darin verwirklicht sehen, dann wird es weiterhin Konflikte, Unzufriedenheit, Streit usw. geben.))

  16. Stefan (KV Lörrach)

    Till, wovon redest Du … wer hat behauptet das BGE führte in den Garten Eden? … oder es würden damit alle Konflikte aus der Welt geschafft … wer sagt, die Natur sei harmonisch? Sie ist es sicher nicht … und es geht auch nicht um friedlich grasende Zebraherden (bis der Löwe kommt), bzw. an Lianen von Baum zu Baum schwingende Tarzans ,-) … wie kommen da immer weiter weg von dem, worum es eigentlich geht … sonst müßten wir fragen, wo würden die Zebras grasen, wenn sie Grundeinkommen bekämen … es geht nicht um Harmonie, und es wird vermutlich immer Verwerfungen und Konfliktlinien geben, wie Du sagst und Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut, sehr richtig!

    Neue Kulturtechniken, wie z.B. BGE können zu größerer Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der eigenen Existenz und Arbeit führen. Es eröffnet mehr Chancen, ermöglicht Vielfalt, unterstützt Individualität. Du kannst sie ergreifen oder auch nicht, keiner schreibt vor, wie diese Freiheit auszusehen hat …

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