Meinungsbilder in der Schlussrunde
Jetzt haben wir acht blaue Klebepünktchen bekommen, um damit Zustimmung zu den Thesen aus allen Runden auszudrücken. Zwei Punkte pro Runde, kumulieren erlaubt, also bis zu zwei Punkte für eine These.
Bei Runde 1 ist das Meinungsbild klar: 1d (vorhin von mir als 4 bezeichnet), also Strukturwandel gestalten + aktive Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, hat mit sehr großem Abstand die meisten Punkte bekommen. Danach, etwa zwei Drittel weniger, kommt Strukturwandel politisch gestalten. 1a (Ende der Erwerbsgesellschaft) hat nur wenig Zustimmung, noch weniger hat der Punkt 1b (Liberalisierung).
Bei Runde 2 kommen b und d (GS/GE + zusätzliche Leistungen bzw. GS/GE + Arbeitsperspektive) sehr gut weg, c (GS/GE + Bildung) hat weniger und a (nur GS/GE) sehr wenig.
GS/GE = Grundsicherung/Grundeinkommen (noch nicht definiert, ob bedingungslos oder nicht).
Bei Runde 3 liegt b (bedingungsloser Sockel plus) ganz klar vorne, a (bedingungslos) und c (bedürftigkeitsgeprüft) liegen etwa gleich auf.
Bei Runde 4 wird d (Beschäftigungsperspektiven) sehr stark betont. Etwa halb so viele Punkte hat der Punkt 4c (finanzielle Anreize). Nochmal etwa ein Viertel davon kleben bei 4a (Leistungen knapp halten) und 4b (Sanktionen) hat am Ende glatte null Klebepunkte.
Ich bin sehr positiv überrascht. Man konnte doch sehr gut Meinungsbilder herauskristallisieren. Diese Aufsplittung der Diskussion in Unter-Fragestellungen scheint sich doch sehr zu bewähren. Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass die Frage “Wie solidarisch wollen wir sein?” vor der Frage, ob wir Grundsicherung/Grundeinkommen zusätzlich mit anderen Dingen wollen oder alleine hätte diskutiert werden sollen.
Jetzt stürze ich mich aber auch mal in die Nachgespräche und kleineren Grüppchen, die hier noch rumdiskutieren. Wir werden sicher noch einige Fotos nachreichen.
Jetzt seid ihr dran. :-)

Am 11. Februar 2007 um 16:46 Uhr
Ja, das mit dem Tendenzen herausfiltern hat gut geklappt. Und auch die Tendenzen selbst finde ich sehr erfreulich: schön pragmatisch. Mich hat das Ziel “Befreiung von falscher Arbeit”, das manchmal in der Debatte auftaucht, nie überzeugt. Freut mich, das bei uns der Blickpunkt sehr auf Arbeitsperspektiven liegt. Grundsicherung/einkommen als Instrument um die postindustrielle Erwerbsgesellschaft lebenswert zu gestalten sagt mir jedenfalls mehr. Bin gespannt, wie’s weiter geht.